Eigenheit unserer Zeit – in Bezug auf die Kleidung

(Die dritte von 6 Eigenheiten unserer Zeit –
von Georg Michael Wittmann, 1760-1833)

1. Ich rede hier nur von der bürgerlichen Kleidung. Bei der engen Kleidung stellt sich der Körperbau in seiner ganzen Gestalt dar. Die Griechen und Römer würden, wenn sie wieder aufstünden, über unsere Kleidung nicht genug erstaunen können. Die Goten und Lombarden hatten zwar keine talarische Kleidung, doch reichte sie bis über die Waden. Vor 60 Jahren wäre es unanständig gewesen, in kurzer Kleidung auf öffentlicher Straße zu erscheinen. Jetzt kommt man damit in die Kirche zur heiligen Kommunion. [Selig, der wacht und seine Kleider bewahrt, dass er nicht nackt wandle und man seine Schande sehe] (Offenb. XVI, 15). Türken, Perser, Chinesen fühlen das Schändliche an unserer Kleidung. In dieser dürften wir nicht vor ihnen erscheinen.

2. Auch der männliche Haarputz, wo alles durcheinander geht und die hinteren Haare empor gestrichen werden, ist eine Eigenheit unserer Zeit. Bei allen Nationen steckt das Gefühl in der Menschheit, dass die Engel mit Locken abgebildet werden. Ob Gottes Allgegenwart diese Sache länger ertragen werde, ist zu bezweifeln. Die Medizin aber möchte bitter werden!

(Aus: Faszinierendes Priestertum, Georg Michael Wittmann: Vorerinnerungen über die Eigenheiten unserer Zeit. Patrimonium 2016)

Siehe dazu auch HIER

und HIER

 

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