Nachtrag zum Erdbeben in Norcia

Offenbar sind die Schäden an den Gebäuden des Benediktinerklosters doch größer, als es zunächst den Anschein hatte. Außerdem scheint die Entwicklung der seismischen Situation in der Region unsicher. Als Vorsichtsmaßnahme haben sich die Mönche entschlossen, die Gemeinschaft vorübergehend nach Rom überzusiedeln.

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Die Mönche des internationalen Sitzes der Benediktiner in St. Anselmo in Rom haben den Mönchen von Norcia einen Platz angeboten, wo sie in dieser Zeit der Unsicherheit bleiben können.

Jedoch bleiben zwei Mönche in Norcia, um nahe bei der Basilika zu sein und die Entwicklung der Situation zu überwachen. Allerdings „wohnen“ sie, wie viele Bewohner der Stadt, in Zelten außerhalb der Stadtmauern.

Die Mönche wollen auch in diesen schwierigen Umständen nach der Regel des hl. Benedikt leben und das Mönchsleben aufrecht erhalten.

Es ergeht die Bitte, „weiterhin für unsere Gemeinschaft zu beten.“

Sehen SIE hier!

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Benediktiner von Norcia und das Erdbeben

Das Erdbeben mit der Stärke 6.2 hat auch die Benediktiner von Norcia getroffen. Eilig haben sie in der Nacht (24. August um 3:36 Uhr) das Kloster verlassen. Auf dem Platz vor der Kirche haben sie begonnen Rosenkranz gebetet.

„Wir sind am Leben und wir haben keine Verletzten zu vermelden“.

An den Gebäuden des Klosters, besonders an der Basilika des hl. Benedikt, sind z. T. starke Schäden aufgetreten. Die wunderbaren Restaurierungen am Geburtshaus Benedikts wurden innerhalb von wenigen Sekunden ruiniert.

Doch die Mönche sorgen sich jetzt um diejenigen, die Hab und Gut, oder sogar ihr Leben verloren haben, sowie um jene, die verletzte oder verstorbene Angehörige beklagen.

Für sie bitten sie um das Gebet!

Wem es möglich ist, den bitten die Benediktiner von Norcia um Hilfe, damit die materielle Not, die bei vielen entstanden ist, die ihr Haus und ihr Vermögen verloren haben, gelindert werden kann.

„Wir brauchen wie immer ihre Hilfe, aber jetzt mehr als je zuvor, um den Wiederaufbau zu beginnen.“

Erdbeben Norcia (Basilika), 24.8.2016, 3:36
Erdbeben Norcia (Basilika), 24.8.2016, 3:36

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Herzensbildung – Halbbildung

Es ist manchen Menschen nicht möglich, gediegene Bildung zu erwerben. Sie konnten keine höhere Schule besuchen, der Lebensunterhalt musste beschafft werden, diese Notwendigkeit hinderte sie, sich weitergehende Kenntnisse anzueignen und stärker an den kulturellen Errungenschaften teilzunehmen.

Dennoch gibt es unter diesen wenig gebildeten Menschen gediegene, feine und edle Personen. Sie besitzen die so genannte Herzensbildung. Die Herzensbildung, das ist das Gegenüber zur Verstandesbildung. Mit dem Herzen, das gebildet werden soll, ist die Gesinnung, das sittliche Empfinden, der Umgang mit den Menschen gemeint. Herzensbildung ist Zartheit der Empfindung, ist Anteilnahme am Leid des anderen, ist Tugendhaftigkeit. Wer Herzensbildung besitzt, der meidet alles vorlaute, selbstsichere und auftrumpfende Wesen. Er ist beherrscht und überlegt im Reden und Handeln.

Es gibt auch ein Zerrbild der Bildung; das ist die Halbbildung. Halbbildung besteht in der Überschätzung des Wissens und der Bildung in Verbindung mit einer nur äußerlichen Aufnahme alles möglichen Wissensstoffes, den man weder völlig verstehen noch verarbeiten kann. Halbbildung findet sich in allen Ständen, auch bei den so genannten Gebildeten. Sie schafft eine Überheblichkeit, die sich nicht nur für klüger und gebildeter hält als andere, sondern auch zu einer großen Gefahr für das sittliche und religiöse Leben werden kann; der Halbgebildete meint nämlich, alles besser zu wissen. Er ist der typische Besserwisser. Er hält sich für berechtigt, an allem zu nörgeln und an allem zu zweifeln. Längst überwundene Denkweisen des 19. Jahrhunderts und Ansichten fristen im Halbgebildeten ein zähes Leben. Sie machen ihn unbelehrbar und hochmütig, sie führen zu Zweifeln und Ablehnung gegenüber den Lehren des christlichen Glaubens und gegenüber den sittlichen Forderungen. „Halbes Wissen wendet von Gott ab. Wahre und eigentliche Wissenschaft führt zu Gott hin “, hat einmal Francis Bacon geschrieben.

Streben wir, meine lieben Freunde, danach, gebildete Menschen zu werden, damit wir die Fähigkeiten ausbilden, die Gott uns gegeben hat, damit wir die Kirche zieren mit unserer Persönlichkeit, damit wir den Begegnungen gewachsen sind, die unweigerlich über uns kommen, damit wir an den Kulturaufgaben unseres Volkes mitarbeiten können, damit wir ratlosen und führungslosen Menschen Rat und Führung zuwenden können.

Erwerben wir auch Herzensbildung. Wir haben, meine lieben Freunde, ein Vorbild für die Bildung unseres Herzens: „Heiligstes Herz Jesu, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.“

(aus: Prof. Dr. Georg May. Glaubenswahrheit.org)