Von der Art und Weise zu gehen, und vom Eintreten in die Kirche

1. Es ziemt sich, mit höchster Eile zum „Opus Dei“ (Gottesdienst) zu kommen: Dennoch sollen wir überall demütig einhergehen, den Kopf ein wenig geneigt, den Blick auf den Boden gerichtet, die Hände und die Ärmel der Kukulle zu den Seiten herabhängend, vor allem dann, wenn die Gemeinschaft zusammen ist und in der Kirche. Denn wenn wir außerhalb der Gemeinschaft im Kreuzgang oder andernorts umhergehen, halten wir die Hände in den Ärmeln der Kukulle oder unter dem Skapulier unterhalb des Gürtels so, dass sie gefaltet sind. Niemand jedoch, nur der Abt oder ein anderer Oberer, der der Gemeinschaft vorsteht, geht in der Mitte des Kreuzgangs.

2. [Haben] wir die Kukulle fertig [angezogen], treten wir mit entblößtem Haupt in die Kirche ein; und sooft wir vor einem Altar vorübergehen (dessen Altarschranken nicht geschlossen sind), verneigen wir uns. Zu welchem Stundengebet wir auch kommen (ausgenommen die Terz an Sonntagen), besprengen wir unsere Stirn mit Weihwasser.

3. In den Chor treten wir  von oben ein (das heißt: zwischen der Presbyteriumsstufe und den Chorstallen), wenn das Offizium im unteren Teil gefeiert wird; und dann dürfen im unteren Teil nur Abt und Prior eintreten, oder, wenn sie abwesend sind, die Älteren, die dort bei ihnen stehen. Ähnlich ist es, wenn die Vorsteher im oberen Teil stehen, denn dann treten die anderen von unten her ein.

4. Wenn andere daherkommen und man sich begegnet, grüßen sich beide, das heißt, sie verneigen sich mit unbedecktem Haupt. Vor dem Abt jedoch, der die Abtsstalle besetzt, und vor niemand anderem, treten die entgegenkommenden zur Seite, wenden sich ihm zur Gänze zu und verneigen sich tief. Dieser ehrfürchtige Gruß unterbleibt jedoch zu nächtlicher Zeit, sowie auch während der Arbeit, im Dormitorium (Schlafsaal), im Refektorium; auch in der Kirche wird nur der Abt gegrüßt.

5. Vor dem Abt nämlich, der in den Chor in die Abtsstalle eintritt, verneigt sich der erste eines jeden Chores, sowohl der Mönche als auch der Novizen, die ihm dann am nächsten stehen; und wenn noch andere Vorsteher kommen, verneigen sie sich trotzdem vor ihnen. Ähnlich verneigen sich jene, die vor jenem in der Stalle stehenden [Oberen] vorübergehen.

(Rituale cisterciense (1892), Buch 1, Kap. 5)

Timadeuc, Trappist, Kukulle, Glockenzeichen
Timadeuc, Trappist, Kukulle, Glockenzeichen
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2 Kommentare zu „Von der Art und Weise zu gehen, und vom Eintreten in die Kirche

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