Werden alle Menschen Schwestern?

Eine Buchempfehlung

Werden alle Menschen Schwestern? – Diese Frage mag sich so mancher stellen, der in diesen Tagen verfolgt, was den Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum blüht. Sie erhalten eine neue Bibelübersetzung. Ein Schelm, wer dabei nur an das Geld denkt, das mit der Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz, sicherlich im Millionenbereich, umgesetzt wird. Denn wenn uns ab dem Nikolaustag 2016 die neue Einheitsübersetzung beschert und damit die neue verbindliche katholische Bibelausgabe wird, wird nicht nur die Einheitsbibel-Ausgabe aus den siebziger Jahren abgelöst. Es wird mehr verändert als man annehmen mag. Alle liturgischen Bücher müssen erneuert und natürlich gekauft werden, Messbücher, Lektionare, Stundenbücher und viele weitere. Nachdem bereits vor drei Jahren ein neues Gotteslob eingeführt wurde und damit den katholischen Gläubigen tief in die Tasche gegriffen wurde, geschieht dies abermals. Selbstverständlich gingen und gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die meisten deutschen (deutschsprachigen) „treuen Katholiken“ ein Stück Gotteslob und nun auch noch die neue Einheitsübersetzung kaufen.

Aber es wird nicht nur viel Geld in die Hand genommen und bewegt. Auch inhaltlich wird mit der „verbindlichen Einführung“ viel in Bewegung geraten. Focus schreibt „Genau, komplett, verständlich – das sind die neuen, auch auf dem Buchdeckel abgedruckten Zuschreibungen der Heiligen Schrift.“ Offenbar waren frühere Bibeln unvollständig, ungenau und unverständlich. Die SZ titelt: „Ein bisschen Jungfrau bleibt.“ Und „Aus Junius im Römerbrief wird Junia“. Paulus redet jetzt nicht mehr nur die Brüder an, sondern alle „Schwestern und Brüder“. Aus diesen wenigen Beispielen wird deutlich, wohin der Hase läuft: mit der Sprache verändert sich auch der Inhalt.

So ist es sicherlich hilfreich, einmal von dem monetären Ereignis „Neue Einheitsübersetzung“ abzusehen. Wenden wir uns einem schmalen Bändchen zu, welches Norbert Dörner in diesem Jahr unter dem Titel „Werden alle Menschen Schwestern? Sprachfeminismus und die Folgen“ herausgegeben hat. Wir lesen den kurzen Satz „Deine Sprache verrät dich“.

Dörner zeigt, dass der Sprachfeminismus das Ergebnis der Frauenbewegung der siebziger und achtziger Jahre ist, die schließlich in einer Art Staatsfeminimus und im Genderismus mündete. Sinn und Sprachtradition werden verändert, Genus und Sexus korrumpiert. Die Sprache wird sexualisiert, ideologisiert und, entgegen landläufiger Vorstellungen, immer weniger alltagstauglich. Sprache wird letzthin nicht mehr verstanden.

Der „Gottespoetinnenpreis“, den 2007 die Autoren der „Bibel in gerechter Sprache“ bekamen, wird vielleicht bald der DBK verliehen. Norbert Dörners Buch jedenfalls ist erhellend und entlarvend, und sei darum jedem empfohlen, der sich für die Sprachverunstaltung heutiger Tage interessiert.

Dörner - Sprachfeminismus - endgültig.inddNorbert Dörner
Werden alle Menschen Schwestern?
Sprachfeminismus und die Folgen
Patrimonium-Verlag, 2016
90 Seiten; 9,80 Euro
ISBN: 978-3-86417-070-6

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