Ohne Schnitt und Schliff bleibt selbst ein Diamant ohne Glanz

Am 21. September 2016 veröffentlichte Monsignore Florian Kolfhaus bei „catholicnewsagency.com“ einen Kommentar über die Kirche als Antlitz Christi in der Welt: „Die Welt soll Jesus sehen! –
Daraus der folgende Abschnitt:

»Unsere Berufung ist es, uns Christus ganz zur Verfügung zu stellen, uns von ihm, dem göttlichen Künstler formen und umgestalten zu lassen. Oft sind wir ja grobe, harte und kantige Steine. Wir müssen „bearbeitet“, ja geschlagen und geschnitten werden, um uns an den von Gott gewollten Platz einfügen zu lassen. Der Meister greift immer wieder zum Werkzeug des Kreuzes, um uns so zu formen, wie es das Beste ist. Dabei kommt es nicht darauf an, ob wir goldene Mosaiksteinchen im Zentrum des Bildes oder dunkle Punkte am Rande sind, ob wir reich oder arm, gesund oder krank, in der Kirche Lehrende oder Hörende sind. Jeder ist wichtig, ja unersetzbar für das ganze Bild, das Christus, der Welt zeigen soll. Es geht nicht nur darum, dass wir aktiv unsere Berufung leben – freilich auch das! – sondern dass wir uns „bearbeiten“ lassen, selbst wenn nicht der Meister in Person, sondern seine Lehrlinge zum Werkzeug greifen.

Der heilige Johannes vom Kreuz, den seine Mitbrüder geschlagen und eingekerkert haben, soll gesagt haben, dass man nicht heilig werde, wenn man für die Kirche arbeite und streite, sondern wenn man liebend auch unter ihr selbst leide.

Das bedeutet nicht, Unrecht gut zu nennen und Krisen schön zu reden, sondern darauf zu vertrauen, dass jeder Schlag, der mich trifft, kein sinnloses Leid bedeutet, sondern – wie aus einem Rohdiamanten – einen wertvollen, schönen Stein macht. Sich in Gottes Hand legen – jeden Tag auf´s Neue – damit auch durch mich sein lebendiges Bild, die sichtbare Kirche, wächst und immer klarere Gestalt annimmt. In dieser Haltung konnte die heilige Theresia Benedicta a Cruce (Edith Stein), auch in der sich immer mehr verfinsternden Nacht des Dritten Reichs, kindlich vertrauend beten:

„Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen leg´ ich meinen Tag in Deine Hand.
Sei mein heute, sei mein morgen, sei mein gestern, das ich überwand.
Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen,
bin aus Deinem Mosaik ein Stein.
Wirst mich an die rechte Stelle legen,
Deinen Händen bette ich mich ein.“«

(Monsignore Florian Kolfhaus – Die Welt soll Jesus sehen! Ein Kommentar über die Kirche als Antlitz Christi in der Welt)

 

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