Franziskus und die Moslems – 4.10.

Franziskus und seine Sehnsucht, unter den Sarazenen (=Moslems) zu wirken

Franziskus hegte immer schon den Wunsch, unter den Sarazenen zu wirken. Er wollte diese nicht so sehr mit Waffen bekämpfen, als vielmehr vom Glauben an Christus überzeugen, und dies auf ganz friedfertige Weise. Für ihn war klar, wenn er und seine Brüder ein Leben der Armut und Demut unter den Moslems führten, würden diese sie aufnehmen und für alles Notwendige besorgt sein. Seine Mission war stets eine Mission des Friedens und des Dialoges. Er war bereit, selbst mit denen zu kommunizieren, die aus der Sicht seiner Zeitgenossen die größten Gegner waren.

– Den ersten Versuch, den Moslems in Syrien zu predigen, unternahm Franziskus im Jahre 1212. Sein Schiff geriet vor der dalmatischen Küste in Seenot, und er musste unverrichteter Dinge wieder nach Italien zurückzukehren.
– Der zweite Versuch war zwischen 1213 und 1214. Diesmal wollte er über Spanien nach Marokko. Weil er aber auf der Reise krank wurde, musste er auch diese vorzeitig abbrechen.
– Der dritte Versuch gelang ihm. Es war der berühmte Besuch beim Sultan von Ägypten im Jahre 1219. – Keine andere Begebenheit aus dem Leben des hl. Franz so gut dokumentiert, wie der Besuch beim Sultan Malek-el-Kamil.

Das früheste Zeugnis dieser Geschichte wurde bereits zu Lebzeiten auf Pergament gebracht, noch bevor Franziskus vor seinem Tod sein Testament niedergeschrieben hatte. Das erste Dokument stammt von Jakob von Vitry (1170-1240), dem Bischof der Kreuzfahrerstadt Akko. Dieser gelehrte Geistliche und Prediger war in den Jahren 1216-1228 Bischof in der Kreuzfahrerstadt Akko. Er war also persönlich dabei, als das christliche Heer des V. Kreuzzuges in Ägypten mit der Einnahme der Hafenstadt Damiette die Entscheidung für die Rückeroberung Jerusalems aus den Händen der Moslems erzwingen wollte. Dort hatte er auch den hl. Franziskus persönlich getroffen. In einem Brief an den damaligen Papst Honorius III. schrieb er über das abenteuerliche Ereignis des Ganges des Poverellos zum Sultan folgendermaßen:

Der Meister dieser Brüder, der auch der Gründer ihres Ordens ist, ist ein Freund Gottes und von allen Menschen hochgeehrt. Er war in unser Lager gekommen und in brennen den Eifer für den Glauben hatte er keine Angst, ins Lager unserer Feinde zu gehen. Während einiger Tage predigte er den Sarazenen das Wort Gottes, doch mit wenig Erfolg…

Franziskus predigte dem moslemischen König freimütig über Christus. Jakob von Vitry:
Während meiner Tage hörte der Sultan dem Franziskus, der ihm und seinen Leuten den Glauben an Christus predigte, sehr aufmerksam zu. Aber schließlich fürchtete er, es könnten sich einige vom Heer durch die Macht seiner Worte zum Herrn bekehren und zum Heer der Christenüberlaufen. Deshalb gebot er, ihn mit allen Ehren und in sicherem Geleitschutz zum Christenlager zurückzuführen. Beim Abschied sagte er zu ihm: Bete für mich, dass Gott mir gnädig jenes Gesetz und jenen Glauben offenbare, die ihm mehr gefallen.

(aus: Gottfried Egger. An den Quellen unseres Glaubens. EOS 2012)

Franziskus predigt dem Sultan
Franziskus predigt dem Sultan

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s