Jeden Tag um 6 Uhr die Messe Pius V.

Aus einem Interview mit Msgr. Juan Rodolfo Laise, dem emeritierten Bischof von San Luis in Argentinien. Bischof Laise gehört dem Kapuzinerorden an und lebt seit seiner Emeritierung in San Giovanni Rotondo; dort wo einst auch Pater Pio wirkte.

In den folgenden wenigen Sätzen des inzwischen 90jährigen Bischofs wird die Tragik deutlich, unter welchen Bedingungen diejenigen Priester (also auch Bischöfe!) und Gläubige leben, wenn sie die Alte katholische Liturgie lieben.

Frage: Welche Messe zelebrieren Sie täglich?

Bischof Laise: Die Messe des heiligen Pius V., jeden Tag um 6 Uhr morgens, wenn ich in San Giovanni Rotondo bin. Das ist meine Privatmesse.

Frage: Können die Gläubigen daran teilnehmen?

Bischof Laise: Leider gibt es unter den Kapuzinern des Konvents, die generell schon ein gewisses Alter haben, keine Offenheit gegenüber der überlieferten Liturgie. Im Gegensatz dazu gibt es unter den jungen Priestern, die zu Besuch kommen, einige, die wohlgesinnt sind. Es wäre gut, wenn es eine öffentliche Zelebration für die vielen Pilger des Wallfahrtsortes gäbe, und ich bin mir sicher, daß die Gläubigen sehr positiv darauf reagieren würden. Die Zeit scheint dafür aber, was die Oberen angeht, noch nicht reif zu sein. Was mich betrifft, pro bono pacis, zelebriere ich, indem ich jede Spannung zu vermeiden versuche.

Kardinal Sarah mit Bischof Juan Rodolfo Laise
Kardinal Sarah mit Bischof Juan Rodolfo Laise

 

Schlaft nicht!

Teresa von Avila im Interview (4/4)

Eines Deiner vielen Gedichte heißt „Schlaft nicht“. Du willst keine mittelmäßigen Christen, sondern heilige Helden; keine frömmelnde Zwerge, sondern in der Tugend bewährte Riesen…Warum?

„Gott will die Erde, kein Feigling sei unter euch; wagen wir das Leben, denn der wird es sich am besten bewahren, der es verloren gibt. Christus ist unser Feldherr und der Lohn dieses Krieges. Schlaft nicht, schlaft nicht, denn es gibt keinen Frieden auf Erden.

Wie kann unser normales, christliches Leben zu einem heldenhaften werden?

Richtet eure Augen auf den Gekreuzigten, und alles wird euch leicht werden. Wenn der Herr uns seine Liebe erwiesen hat in solch ungeheuren Werken und Qualen – wie wollt ihr ihn da allein mit Worten zufriedenstellen? Wisst ihr, was es heißt, wahrhaft geistlich zu leben? Allein mit Gebet und Beschauung könnt ihr euer Fundament nicht legen. Wenn ihr nicht nach Tugenden trachtet und euch nicht tätig darin übt, werdet ihr immer Zwerge bleiben.

Würdest Du noch einmal auf Erden leben, was würdest Du anders machen?

„Sicher hast Du schon manche Gebetsbücher gesehen, in denen der Seele geraten wird, in sich selbst einzutreten. Nun, genau darum geht es. Denn nach meinem besten Verständnis ist das Gebet das Eingangstor zu diesem Schloss. Hätte ich früher erkannt, dass der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig allein gelassen.

(Monsignore Florian Kolfhaus „Interview mit einer Heiligen: Teresa von Avila in ihren eigenen Worten“ – gefunden bei catholicnewsagency -)