Was wissen wir von Maximilian Kolbe? – Buchbesprechung

Maximilian Kolbe hat sich im KZ von Auschwitz für einen Familienvater aufgeopfert und ist für ihn in den Todesbunker gegangen. Was wissen wir noch? Vielleicht, dass er Franziskaner war und zum Orden der Franziskaner-Minoriten gehörte. Manche wissen vielleicht, dass Maximilian Kolbe Japan-Missionar gewesen ist und dass er im Schriftenapostolat tätig war. Aber mehr? Nur wenige Menschen wissen, wer Pater Maximilian Kolbe wirklich war.

Im Verlag Media Maria wurde im vergangenen Jahr die Biografie des Heiligen veröffentlicht. Unter dem Titel „Maximilian Kolbe. Vergesst die Liebe nicht“ erschien der Nachdruck des bereits 1988 beim Kreuz-Verlag publizierten Buches, das aus der Feder des französischen Schriftstellers André Frossard (1915-1995) stammt: „Die Leidenschaft. Eine Biografie des Maximilian Kolbe“.

Spannend und lebendig wird die Lebensgeschichte dieses Menschen erzählt, der am 27. Dezember 1893 in einem polnischen Dorf geboren und nur 48 Jahre alt wurde. In diesem Leben dreht sich alles um Gott und um die Gottesmutter. Am 17. Oktober 1917, nur vier Tage nach dem Ereignis der ersten Erscheinung der Muttergottes in Fatima, da Maximilian noch in Rom Theologie studierte, gründete er mit sechs Freunden die „Militia Immaculatae“ (M.I.) die „Miliz der unbefleckten Jungfrau“. Die Ziele des Projektes war die „Bekehrung der Sünder, das heißt der ganzen Welt“. Wer zu der Gruppe der Militia Immaculatae gehören wollte, musste dieses Ziel verfolgen und diese Bedingung erfüllen: „Sich selbst der Jungfrau Maria weihen: Tragen der ‚Wundertätigen Medaille‘.“ Als Mittel und Wege ist formuliert: „Je nach Lebensumständen und Erfordernissen des christlichen Gewissens sind alle Mittel erlaubt.“ Das Gebet zu Maria und die Verteilung der Wundertätigen Medaille werden mit Nachdruck empfohlen. Das Wunder geschieht; die von Pater Maximilian empfohlene Verbreitung geht schnell in die Hunderttausende, und noch (und gerade) heute wird durch die Mitglieder der M. I. die Medaille und das große Anliegen intensiver denn je verbreitet: dass sich die Sünder bekehren. Die Miliz der unbefleckten Jungfrau, der Immaculata, will den Mächten des Bösen mit den Mitteln des Gebetes und des Apostolates begegnen; besonders aber durch die eigene Hingabe an Jesus und Maria.

Mit seiner Zeitschrift „Ritter der Unbefleckten“ geht er in die Offensive. Pater Maximilian gründet die Stadt Niepolkalanow, von dort gehen seine Schriften hinaus in die Welt. Der polnische Minoritenpater wird 1930, auf seine Bitten hin, nach Japan geschickt. In Nagasaki, wo er vor der Kathedrale die Statue der Immaculata entdeckt, gründet er eine Druckerei und beginnt mit der Verbreitung des Anliegens der M. I. 1936 kommt Maximilian Kolbe wieder zurück nach Polen. Am 17. Februar 1941 nimmt die Gestapo den Pater in Gefangenschaft. Er stirbt am 14. August 1941, am Vortag von Maria Himmelfahrt, an seinem 14. Tag im Hungerbunker, nachdem man ihm eine Giftspritze verabreichte.

Das Buch schließt im letzten Absatz mit den Worten: „So starb Maximilian Kolbe und mit ihm jenes Kind, das die Jungfrau Maria so sehr liebte; so starb auch der junge begeisterte Priester, der einst seinem Tagebuch seinen Entschluss anvertraut hatte, sich seinen Mitmenschen bis zum Äußersten zu opfern; […]. So endet im Schweigen und in der Verlassenheit dieses Leben, von dem nichts übrig bleibt als die Liebe.“

Diese Buchbesprechung ist zuerst erschienen bei kath.net am 7. November 2016

vergesst-die-liebe-nicht-cover

André Frossard
Maximilian Kolbe. Vergesst die Liebe nicht
Verl. Media Maria 2015
224 Seiten; 16,95 Euro
ISBN: 978-3945401057

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