Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (14)

IV. Opferung bis Präfation

Von jetzt ab vollzieht sich im heiligen Meßopfer alles, was Jesus im Abendmahlsaal getan hat: Darbringung und Segnung von Brot und Wein, Danksagung und Lobpreis, Verwandlung der irdischen Opfergaben von Brot und Wein in den wahren Leib und in das kostbare Blut des Gotteslammes, Darreichung und Genuß des himmlischen Opfermahles.

14. Offertorium. – Opferungslied

Gepriesen sei Gott Vater und Gottes eingeborener Sohn wie auch der Heilige Geist, weil sie an uns Barmherzigkeit getan.

Mit einem Altarkuß bringt der Priester seine und unsere Opfergemeinschaft mit Christus zum Ausdruck. Nach dem Wechselgruß: „Dominus vobiscum“, betet der Priester das kurze Offertorium. Dieses bringt einen Gedanken aus der Tagesmesse und verbindet diese wieder mit den feststehenden Meßtexten und der Opferhandlung.

15. „Suscipe, sancte Pater. – Heiliger Vater“
Darbringung des Hostienbrotes

Die dünne Hostienscheibe und das Gläschen Wein sind nun wirklich die ganzen Opfergaben, die wir Gott aus unserem menschlichen Eigentum anbieten können.
Jedoch sollen wir mit Brot und Wein zugleich uns selbst Gott schenken und aufopfern, um so in die Opfergesinnung Christi einzugehen.
Dazu fordert uns schon der Apostel auf: „Bringt euren Leib als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer dar! Das sei euer geistiger Gottesdienst“ (Röm 12,1).
„Während wir um den Altar versammelt sind, sollen wir unser Inneres derart umformen, daß alles, was darin Sünde ist, ausgelöscht werde. Hingegen soll alles eifrig gepflegt und gestärkt werden, was durch Christus das übernatürliche Leben nährt. So sollen wir zusammen mit der makellosen Opferhostie ein dem ewigen Vater angenehmes Opfer werden“ (Mediator Dei, Pius XII.).

Die Opferungsgebete selbst lauten wie eine sakramentale Intention der ganzen Messe. Sie richten unseren Blick bereits jetzt auf das Mysterium der Wandlung und bereiten – gerade auch durch die wiederholten Kreuzzeichen – unsere irdischen Opfergaben darauf vor. – Zugleich erklären uns diese Gebete die mannigfaltigen und wunderbaren Früchte des eucharistischen Opfers, dessen Fernwirkungen über „die ganze Welt hin“ und bis hinab ins Fegfeuer dringen, „für die Lebenden und Verstorbenen“.

Der Priester führt mit der Patene und der darauf liegenden Hostie ein Kreuz über dem Altar aus und legt dann die Hostie gleichsam aufs Kreuz nieder. Dasselbe geschieht mit Kelch und Wein. Dadurch wird der Charakter des Meßopfers als Kreuzopfer nochmals symbolisch unterstrichen.

[Der Priester hält die Patene mit der Hostie empor und betet leise:]

Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott,
nimm diese makellose Opfergabe gnädig an.
Dir, meinem lebendigen, wahren Gott, bringe ich, Dein unwürdiger Diener,
sie dar für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten.
Ich opfere sie auf für alle Umstehenden und alle Christgläubigen,
für die Lebenden und Verstorbenen.
Gib, daß sie mir ihnen zum Heile gereiche für das ewige Leben. Amen.

——-
Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

Die vorangegangenen Kapitel.

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