Ein neues Fest für das VOLTO SANTO

(Aus einem Bericht von Paul Badde bei CNA)

Das neue Fest ist eine Schöpfung des Kapuzinerpaters Carmine Cucinelli, des Rektors der Basilika […]

Pater Carmine hatte entschieden, am Sonntag „Omnis Terra“, dem zweiten Sonntag nach dem Fest der Epiphanie,  in Manoppello an die erste Prozession Papst Innozenz III. im Jahr 1208 wieder anzuknüpfen – […]

Ein Anlass kam noch dazu. Zur bislang letzten Änderung des Festkalenders von Manoppello kam es, als Bürger  des Städtchens Anfang des 18. Jahrhunderts die Kapuziner nach einer Serie von Erdbeben baten, zu dem ersten Fest des Antlitzes am Tag der Verklärung Christi am 6. August (mit einer kleinen Prozession)  noch ein zweites Fest mit einer längeren Prozession einzuführen.

So geschah es erstmals im Jahr 1712 – vor über dreihundert Jahren – als der dritte Sonntag im Mai als zweiter Festtag eingeführt wurde, der für lange Zeit an zwei Tagen im Mai die meiste Aufmerksamkeit auf die verborgene Reliquie lenkte, die den Rest des Jahres weggeschlossen war. Nun hat die letzte Serie von Erdbeben in Italien – und die Sorge vor noch größeren Naturkatastrophen – den Rektor bewogen, dieses dritte Fest einzuführen.

[…]

Pater Carmine stellte ihn [Anm.: Monsignor Americo Ciano aus dem Vatikan] nun als den „Sakristan der Veronika des Vatikans“ vor,  der dort mit dem kostbaren Reliquiar Papst Urban VIII. schon sehr oft die Gläubigen von Sankt Peter am Passionssonntag gesegnet hat, der nun erstmals die unverhüllt wahre Ikone, quasi als „nacktes Gesicht“, zu den Gläubigen trug und auf den Vorplatz der Basilika, wo er die Stadt und das Land  und alle Städte  von Jerusalem bis Rom mit dem Gesicht Christi segnete.

Ein Gebet Pater Carmines für alle Opfer der Erdbeben hatte die Prozession eingeleitet und eine neue Litanei des Heiligen Gesichts der deutschen Schwester Petra-Maria Steiner. Zuvor hatte  Mons. Ciani in seiner Predigt wie selbstverständlich von dem Sanctum Sudarium und dem Mandylion gesprochen und räumte nachher in einem Interview freimütig ein, dass der heilige Schleier im Sacco di Roma 1527 aus dem Petersdom verschwunden sei – ein höchst eifersüchtig gehütetes Geheimnis. „Worte verwehen, Bilder bleiben“ hieß es lakonisch in seiner Predigt.

Am Abend des selben Tages war Manoppello wieder unter Schnee begraben, in der Nacht wurde die Autobahn nach Rom gesperrt. Am Montag fiel der Strom und die Heizung in dem Konvent der Basilika aus. […] Geblieben ist das bisher intimste Fest des heiligen Schweißtuchs, das von nun an Jahr für Jahr neue  Fotos und Filmaufnahmen des wertvollsten Bildes der Welt generieren wird, mit dem die Erde bis an ihre Enden (omnis terra) am Sonntag wieder erstmals seit Jahrhunderten gesegnet wurde.

Hört der Streit um das nicht von Menschenhand geschaffene „Bild“ vom Antlitz Christi damit nun auf? Das wohl eher nicht. Es hat erwiesener Maßen keinerlei Farbspuren. Dennoch ist erst vor Monaten in Deutschland ein fußnotenstarker professoraler Wälzer erschienen, in denen wieder einmal nachgewiesen werden soll, dass es sich bei dem „volto santo“ um eine „mittelalterliche Tüchlein-Malerei“ handeln soll – obwohl eine Reihe der maßgeblichen Autoren des Werkes die wahre Ikone von Manoppello niemals mit eigenen Augen gesehen haben.

Wen soll es wundern? Während diese Zeilen erstmals im Netz erscheinen, zittert die Erde wieder mit der Stärke 5.3 in Mittelitalien, dass sogar in Rom die Häuser  wackeln. „Vor dem Herrn erbebe, du Erde, / vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,“ heißt es im Psalm 114, der jedes Jahr in der ganzen jüdischen Welt am Seder gebetet und gesungen wird, das heißt am Vorabend des Pessach-Festes vom „Vorübergang des Herrn“.

Paul Badde – http://de.catholicnewsagency.com/story/worte-verwehen-bilder-bleiben-1510#.WH8vi1mKqzg.facebook

monsignore-americo-ciani-in-manoppello-foto-paul-badde-cna

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