Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph (13/19)

3. Die Verehrung des heiligen Joseph im Spiegel neuerer päpstlicher Verlautbarungen.

Seit dem 19. Jahrhundert haben sich die Päpste immer wieder in ihren Lehrschreiben mit der Bedeutung des heiligen Joseph und mit der sich daraus ergebenden Verehrung des Heiligen beschäftigt. Damit haben sie seine Gestalt in ganz spezifischer Weise ins Licht gerückt.

Am 8. Dezember des Jahres 1870 proklamiert Papst Pius IX. (1846-1878) in dem Dekret „Quemadmodum Deus“ den heiligen Joseph als Schutzpatron der Kirche. Feierlich bestimmt er in diesem Schreiben, dass der Festtag des Heiligen in Zukunft in der ganzen Kirche alljährlich am 19. März als Hochfest begangen werden soll. In dem darauf folgenden Jahr bestätigt und vertieft er diese Bestimmungen in dem Apostolischen Schreiben „Inclytum patriarcham“. Im Jahre 1847 hatte er das Schutzfest des heiligen Joseph auf den dritten Sonntag nach Ostern festgelegt, und sieben Jahre später hatte er in einer eindrucksvollen Predigt erklärt, er schenke in seinen persönlichen Gebeten für die Anliegen der Kirche nächst der Gottesmutter dem hei-ligen Joseph am meisten Vertrauen. So war es konsequent, wenn er ihn sechzehn Jahre später, am 8. Dezember 1870, feierlich zum Schutzpatron der gesamten Kirche proklamierte101.

Neunzehn Jahre später erscheint die Enzyklika „Quamquam pluries“. Inzwischen heißt der Papst Leo XIII. (1878-1903. Diese Enzyklika ist das umfangreichste Schreiben eines Papstes zu Ehren des heiligen Joseph. Sie präsentiert gewissermaßen eine umfassende Josephologie. In ihr greift Leo XIII. die Gedanken seines Vorgängers auf, vertieft sie und führt sie weiter, wenn er eingehend die Vorrangstellung des heiligen Joseph darlegt, wenn er die überragende Heiligkeit des Heiligen apostrophiert und feststellt, dass kein Heiliger der einzigartigen Würde der Gottesmutter so nahe kommt wie er, dass er als Haupt der Familie von Nazareth auch die Kirche schützt und dass er ein leuchtendes Vorbild ist für alle Christen, vor allem für die Familienväter und für die Arbeiter. Leo XIII. spricht nicht nur hier über den heiligen Joseph, in insgesamt zehn Apostolischen Schreiben kommt er auf den heiligen Joseph zu sprechen102.

Auch Papst Pius X. (1903 – 1914) kommt in seinem Pontifikat immer wieder auf die Bedeutung des heiligen Joseph zu sprechen, den er persönlich mit sehr großer Zuneigung verehrt. Er approbiert die Litanei zum heiligen Joseph, erhebt das Schutzfest des Heiligen zu einem Fest erster Klasse mit einer Oktav und errichtet die Erzbruderschaft vom Tod des heiligen Joseph103.

Papst Benedikt XV. (1914-1922), der dem Heiligen nicht weniger zugetan ist als sein Vorgänger, schenkt der Kirche eine neue Präfation zu Ehren des heiligen Joseph, und in dem Motu proprio „Bonum sane“ vom 25. Juli 1920 weist er hin auf die fünfzigjährige Wiederkehr der Proklamation des Heiligen zum Schutzpatron der Kirche durch Pius IX., um der Verehrung des Heiligen neue Impulse zu geben. Er apostrophiert ihn als den Fürsprecher für die zahllosen Toten des Ersten Weltkrieges (zusammen mit dem Erzengel Michael) und bittet die Bischöfe, Priester und Ordensleute um das Gebet zum heiligen Joseph für die Sterbenden. 50 Jahre nach der Proklamation des Heiligen als des Patrons der Kirche fordert er mit bewegenden Worten die ganze Welt auf, sich ganz bewusst unter den Schutz des Heiligen zu stellen104.

101-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 150 f. 157-162. 209 f; Henri Rondet (Anm. 40), 35 f; Alfons Maria Weigl (Anm. 35), 149; Adolf Adam, Rupert Berger (Anm. 36), 224 f.
102-Denzinger-Schönmetzer, Nr. Nr. 3260 – 3263; vgl. Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 152. 164 -170. 210; Henri Rondet (Anm. 40), 37 f.
103-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 152. 174 -178. 210.
104-Ebd., 152. 180 -184. 210.

(Joseph Schumacher: Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph im Kontext der Heiligenverehrung der Kirche)

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