Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph (14/19)

Nicht geringer als die Liebe des Papstes Benedikt XV. zum heiligen Joseph ist die Liebe des Papstes Pius XI. (1922 – 1939) zu diesem Heiligen. Auch er fördert seine Verehrung, wenn er immer wieder auf ihn zu sprechen kommt und ihn apostrophiert als den Erzieher Jesu, den keuschen Bräutigam der Jungfrau Maria, des gottgefälligen und bescheidenen Arbeiter und den himmlischen Verbündeten derer, die sich dem weltweiten Atheismus entgegenstellen sowie der Strategie der Auflösung der christlichen Gesellschaft. In seinem Rundschreiben über den gottlosen Kommunismus105 kennzeichnet er den heiligen Joseph als Beispiel für echte soziale Gerechtigkeit106.

Auch Papst Pius XII. (1939-1958) artikuliert wiederholt die Größe des „vir iustus“. Den Brautleuten empfiehlt er in einer Ansprache am 10. April 1940, sich unter den Schutz des Bräutigams der Gottesmutter zu stellen, und den in der christlichen Arbeiterbewegung Engagierten legt er im Jahre 1945 nahe, den heiligen Joseph als ihr großes Vorbild zu verehren und als den unbesieglichen Verteidiger ihrer Mitglieder. Zehn Jahre später führt er das Fest „Joseph der Arbeiter“ ein, das am 1. Mai gefeiert werden soll und das Schutzfest des heiligen Joseph vom 3. Sonntag nach Ostern verdrängt, nicht jedoch das Patrozinium, den 19. März107.

Papst Johannes XXIII. (1958-1963) fügt im Jahre 1962 den Namen des Heiligen in den Kanon der heiligen Messe ein. In der Exhortatio Apostolica „Sacrae Laudis“ vom 6. Januar 1962 fordert er die Priester auf, in der Schule des heiligen Joseph den vertrauten Umgang mit Jesus zu lernen. In dem Motu proprio „Appropinquante concilio“ vom 6. August 1962 erklärt er die Muttergottes und den heiligen Joseph zu Schutzpatronen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er konstatiert: Das Konzil kann „unter den Heiligen … keinem Geeigneteren als dem heiligen Joseph anvertraut werden, der ja das Haupt der Heiligen Familie und der Schutzpatron der Heiligen Kirche ist“108. Der „Patronus Ecclesiae“ ist eigentlich der Patron aller Konzilien der Kirche, denn in den Konzilien vollzieht sich die Kirche in spezifischer Weise. In einer Ansprache an die Kardinäle bemerkt Johannes XXIII. am 17. März 1963, dass er sich persönlich oft von der religiösen Haltung des heiligen Joseph inspirieren lasse und dass dieser Heilige beispielhaft sei für alle, für Priester und Laien, und er charakterisiert ihn als unauffällig und doch tätig, als demütig, bescheiden und gehorsam, als einen Menschen, der wenig gesprochen, aber intensiv gelebt hat, der sich niemals der Verantwortung entzogen hat, die Gott ihm auferlegt hat, der stets offen war für den Ruf Gottes, der ruhig und besonnen seinen Weg gegangen ist und der unermüdlich gebetet und unerschütterlich geglaubt hat109.

105-Enzyklika “Divini Redemptoris” vom 19. März 1937.
106-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 153. 186 f. 210 f; Henri Rondet (Anm. 40), 38; Alfons Maria Weigl (Anm. 35), 152 f.
107-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 153. 190 – 195. 211.
108-Ebd., 212. 309; vgl. Aus dem Vatikan. Der Papst zum Josefstag, in: Herderkorrespondenz 15, 1960/1961, 343.
109-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 153. 204 – 216.

(Joseph Schumacher: Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph im Kontext der Heiligenverehrung der Kirche)

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