Wie ich wirklich bin – nicht wie die anderen

Welch eine Lobrede hast du zusammengestellt, – nennst dich schlecht, hinterlistig, unbeständig, undankbar, stolz, schlecht gelaunt, unkundig der Art des Betens zu Gott! – Sehr gut; aber du solltest noch eines hinzufügen: zu nichts gut und wertlos.
Wiederhole es dir oft, sage es aus ganzem Herzen und rezitiere es nicht nur stur auswendig.

Denn im Tiefsten schätzen wir uns doch sehr hoch ein.

Wenn wir uns so einschätzen, wiederholt die Zunge oder das Gedächtnis die von dir genannten Worte oder ähnliche, während in der Seele die Überzeugung lebt, daß wir nicht wie andere sind. Seltsamerweise ist es für die Seele fast unmöglich, diese Selbsttäuschung zu bemerken. Und so bleibt sie verborgen, bis der Herr sie auf die eine oder andere Weise aufdeckt und sie sich in all ihrer Scheußlichkeit zeigt. Wir dürfen einen solchen Zustand wohl in uns vermuten, wenn wir sehen, daß Worte der Kritik, direkt oder hinter unserem Rücken geäußert, in uns Verdruß oder Verärgerung gegen jene hervorrufen, die sie gesagt haben. Versuche den Zustand deiner Seele zu solchen Zeiten zu erkennen. Aber hüte dich vor Selbstrechtfertigung, die ein großes Hindernis ist.

(Theophan der Rekluse)

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s