Über das Ausbleiben einer schnellen monastischen Blüte im Kloster Mariawald

„Nicht Nostalgie des goldenen Gestern,
sondern Quelle des notwendigen Heute!“

Anlässlich eines Vortrages mit dem Titel „Tradition als Rettung“, den Professor Dr. Andreas Wollbold am 8. Mai 2011 vor einem zahlreich erschienenen Freundeskreis in der Trappisten-Abtei Mariawald in der Eifel gehalten hat, behandelte  er auch das Missverständnis, dass, wenn etwas Neues beginne, sofort auch die Eintritte und Profeßfeiern explodieren müssten.

Ein Textauszug:

Wenn ich […] als Beobachter aus der Distanz zusammenfassen darf, so möchte ich sagen:
Das Kloster musste erleben, dass es trotz aller radikalen fuga mundi – Flucht aus der Welt – doch auch pars mundi – Teil der Welt – geblieben ist, dass es geprägt ist von den Umbrüchen, den Fragen, dem Verlust an festem Grund, der unsere Zeit und eben auch unsere Kirche prägt.

Unbestechlichstes Zeichen ist dafür immer der Mangel an Berufungen. Denn eine geistliche Berufung – und mehr noch ein monastische – kann nur da wachsen, wo der Glaube fest ist. Fest aber ist der Glaube nur da, wo Menschen bereit sind, für ihn große Opfer zu bringen: Nicht umsonst ist seit biblischen Zeiten der martýs, der Blut-Zeuge, das Inbild eines Gläubigen. Und nicht zufällig wurde die Mönchsprofess immer auch als andauerndes Martyrium angesehen.

Das Kloster als pars mundi, das hat nun auch eine besondere Aktualität gewonnen, seitdem Abt Joseph den viel beachteten Entschluss gefasst hat, zur alten klösterlichen Ordnung und zur alten Liturgie zurückzukehren. Es war niemals zu erwarten, dass ein solcher Schritt einhelligen Applaus finden würde. Ebensowenig war zu erwarten, dass er von einem Augenblick auf den anderen eine neue Blüte einleiten würde.

Dicke Bretter bohren“, wo würde das mehr gelten als im geistlichen Leben? Und wer wüsste das besser als ein Mönch, der sich nur zu gut bewusst ist, dass selbst ein langes Leben im Kloster gerade einmal die ersten Anfänge in der „Schule des Herrendienstes“, wie es im Prolog der Beneditsregel  heißt, zu legen imstand ist?

Für beides, den fehlenden Applaus und die ausbleibende rasche Blüte, finden wir eine auffällige Analogie in den Anfängen der Zisterzienser:

–    Fehlender Applaus: Zu den großen, weil notwendigen Spannungen der Ordensgeschichte gehört die zwischen CLUNY UND CÎTEAUX, zwischen den schwarzen und den weißen Mönchen. Denn es war ja nicht der Gegensatz zwischen Dekadenz und Heiligkeit. Damit würde man es sich mit Cluny zu einfach machen. Es war der zwischen einem Klosterleben im religiösen Dienst an der Welt: Die vielen Messen und Gebete im cluniazensischen Kloster dienten ja wesentlich dem Seeleheil betuchter Förderer, die ihrerseits das Kloster und seine Filiationen mit reichen  Gaben bedachten. Cîteaux dagegen und dann in bernhardinischer Blüte vor allem Clairvaux setzte dagegen: Das Kloster ist zuerst und vor allem der Ort des Dienstes an Gott, der Ort der Heiligung der eigenen  Seele, der Ort  darum auch eines radikalen Schnittes mit der Welt – und dies paradoxerweise gerade nicht, um die Welt zu vernachlässigen, sondern um ihr das eine Notwendige geben zu können: Das Heil Gottes. Die zisterziensische Reform sucht gerade nicht den Beifall oder auch nur die Beachtung der Welt.

–    Ausbleibende rasche Blüte: Erinnern wir uns auch daran, dass DIE ERSTEN JAHRE VON CÎTEAUX unter Robert von Molesme mehr als bescheiden waren. So glichen sie sehr viel mehr einem Dahindümpeln als einem kraftvollen Aufbruch, so dass zu Recht erst der hl. Bernhard als zweiter Ordensgründer anzusehen ist. Es ist darum eine Askese eigener Art, einen großen Schritt zu vollziehen, ohne doch schon gleich mit Erfolg belohnt zu werden.

 […]
Und noch ein wichtiger Punkt seiner [d. hl. Bernhard von Clairvaux] klösterlichen Reform ist seiner kontemplativen Begabung zu verdanken. Intuitiv bemühten sich die ersten Zisterzienser um die Reinheit der Liturgie:  Mit Eifer besorgten sie sich alte Manuskripte von Messbüchern und anderen liturgischen Werken. Reinheit fanden sie vor allem in der Rückkehr zur Tradition. Tradition war für sie die Stimme des Heiligen Geistes, also nicht Nostalgie des goldenen Gestern, sondern Quelle des notwendigen Heute.
(Quelle)

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