Die unüberwindbare Wahrheit Christi

Verteidigung der Tradition: Die unüberwindbare Wahrheit Christi
Eine Buchbesprechung

Schon vor einigen Jahren hat der Schriftsteller Martin Mosebach in einem Interview erklärt, dass es leider richtig sei, „dass ein nicht kleiner Teil der katholischen Bischöfe in einem suizidalen Rausch“ versucht habe, „sich von der katholischen Überlieferung zu trennen und die Kirche von der Quelle ihrer Lebenskraft abzuschneiden“. (Vgl. kath.net-Artikel „Martin Mosebach: ‚Diesen Zorn muss die katholische Kirche ertragen‘“kath.net – )

Und erst jüngst sprach Mosebach anlässlich der 18. Liturgischen Tagung in Herzogenrath in seinem Vortrag „Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag“ wiederum von der katholischen Tradition. Er hielt Benedikt XVI. zugute, dass dieser nicht akzeptieren konnte, „was die Progressisten und die Traditionalisten gleichermaßen und mit den besten Gründen vortrugen: daß es in der nachkonziliaren Aera tatsächlich zu einem entscheidenden Bruch mit der Tradition gekommen sei – daß die Kirche vor dem Konzil und die Kirche nach dem Konzil nicht mehr dieselbe Institution sei“. „Die Verwerfungen der Kirchengeschichte“ seien dem zurückgetretenen Papst wohlvertraut.

Für das hier vorliegende Buch des Historikers Roberto de Mattei, „Verteidigung der Tradition. Die unüberwindbare Wahrheit Christi“, das im St. Grignion-Verlag erschienen ist, hat Martin Mosebach ein Vorwort geschrieben, in dem er die Frage stellt, ob „ein Katholik den Papst kritisieren“ dürfe. Damit greift er gerade diejenige Stimmung auf, die in weiten Teilen des katholischen Volkes dem derzeitigen Papst entgegen schwingt.

Roberto de Mattei stellt in seinem Buch viele Fragen. Dabei versucht er, seine angebotenen Antworten auf fundierte Fakten und historische wie theologische Wahrheiten zu beziehen. Zurückgehend auf die Krisen des Arianismus im 4. Jahrhundert und jener von Avignon, dem späteren großen Abendländischen Schisma und den folgenden Konzilien des 15. Jahrhunderts, sind das Konzil von Trient und die Folgen der Französischen Revolution Ereignisse, welche zu jenen Ergebnissen führten, die unter den Päpsten Pius IX. und Pius X. Entscheidungen herbeiführten, die gerade unter Papst Franziskus viele Fragen aufwerfen.

Nicht zuletzt geht es auch um die Frage nach dem Primat und der Vollmacht, die der jetzige Papst völlig indifferent beantwortet. Nach de Mattei geht es um die „unüberwindbare Wahrheit Christi“. Diese Frage beantwortet er, indem er das Wesen der Tradition untersucht, die untrennbar mit dem Lehramt der Kirche verbunden ist. In diesem Zusammenhang wird Papst Benedikts „Hermeneutik der Kontinuität“ ebenso beachtet wie der wie der „Sensus fidei“ (Glaubenssinn), der offenbar mehr und mehr verschwindet, wie auch das Wissen über den Glauben verschwindet. Allerdings wird der „Sensus fidei“ oft gerade vom gläubigen Volk bewahrt, und Roberto de Mattei zeigt, dass die Tradition von der Kirche festgehalten und weitergegeben wird: „und zwar nicht nur vom Lehramt sondern von allen Gläubigen, ‚von den Bischöfen bis zum letzten Laien‘“. Somit wird „kraft eines ‚sensus fidei‘ die Kontinuität der Übermittlung“ der Wahrheit garantiert. Damit wird dem Dogma der Unfehlbarkeit zwar nicht der Boden entzogen, es aber in ein Verhältnis gesetzt, das die Frage des Gehorsams gegenüber dem Papst ohne weiteres einschließt.

Auch die Frage nach der Unfehlbarkeit von Konzilien stellt der Autor. Schließlich spricht Roberto de Matthei auch vom außerordentlichen Lehramt (des Papstes) und dem ordentlichen Lehramt der Kirche. Aber auch hier ist der Autor nicht blind auf einem Auge, indem er sich etwa nur auf die Seite des ordentlichen Lehramtes schlagen würde. Vielmehr argumentiert er auch hier sehr differenziert.

Zuletzt seien dieser Buchempfehlung die letzten Zeilen Roberto de Matteis mit auf dem Weg gegeben: „Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ist heute mehr denn je römisch; denn ihr römischer Charakter ist nichts anderes als ihre in Raum und Zeit gelebte Tradition. Sie ist militant, weil sie kämpft […]. Als treue Soldaten der streitenden Kirche wollen wir nur das Banner der katholischen Tradition hissen, dessen unwürdige Träger auch wir sind – allerdings in der Gewissheit des Triumphes in Zeit und Ewigkeit.

Erstveröffentlicht bei kathnews

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Roberto de Mattei
Verteidigung der Tradition.
Die unüberwindbare Wahrheit Christi
Vorwort von Martin Mosebach;
übersetzt von Wolfram Schrems
St. Grignion-Verlag 2017
ISBN-13: 978-3932085673
Mit Schutzumschlag und Lesebändchen versehen:
192 Seiten; 29,95 Euro

 

 

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