Wir verehren das Geheimnis des kostbaren Blutes Jesu Christi. – 1. Juli (2017)

Das Fest des kostbaren Blutes wurde von Pius X. auf den 1. Juli gelegt. Das Missale von 1962 gibt ihm den Rang eines Festes 1. Klasse.

Allmächtiger, ewiger Gott,
Du hast Deinen neugeborenen Sohn zum Erlöser
der Welt eingesetzt und wolltest durch Sein Blut
Dich versöhnen lassen. So laß uns denn, wir bitten dich,
den Lösepreis unseres Heiles verehren und
durch seine Kraft vor den Übeln dieses Lebens auf Erden
beschirmt werden, so daß wir uns im Himmel ewig
seiner Frucht erfreuen dürfen.
Durch denselben Christus, unseren Herrn.
Amen.

Bei der Verehrung des Blutes Christi geht um eine für den Christen wesentliche Aufgabe.

Die Verehrung des kostbaren Blutes zielt direkt auf das Zentrum des Erlösungsgeheimnisses ab. Es geht dabei um jene unaussprechlich große und schöne Liebe, von der das Herz des göttlichen Erlösers ganz erfüllt ist. Sein Herz ist kein blutleeres Herz; es ist das blutvollste und damit vitalste Herz überhaupt.

Es geht um die Verehrung jenes Liebesblutes, das der Sohn Gottes in seiner Liebesglut für uns zur Liebesflut werden lässt. Es geht um die Verherrlichung der überströmenden Liebe, die aus dem Innersten des Gottmenschen Jesus Christus hervorquillt.

Diese Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist (vgl. Röm 5,5). Sie ruft das Echo unseres Herzens hervor und begeistert uns zur Verehrung, Verherrlichung und Anbetung.

Der heilige Kaspar del Bufalo, den der selige Papst Johannes XXIII. den „echten und größten Apostel der Verehrung des Kostbaren Blutes Jesu auf der Welt“ nannte, drückt sich einmal so aus: – „In der Verehrung des Kostbaren Blutes haben wir die Schatzkammer der Weisheit und Heiligkeit. Hierin liegt unser Trost, unser Friede und unsere Rettung. Die Verehrung des Kostbaren Blutes gehört zum Wesen des christlichen Glaubens.“

Wir bewegen uns hier auf dem Gebiet des unerschöpflichen Geheimnisses der Liebe Christi, die alles Begreifen übersteigt (vgl. Eph 3,19). Wir berühren sogar mit Herz und Seele dieses Geheimnis, wenn wir ehrfürchtig aufblicken zum Leib und zum Blut Christi, die uns – wenn auch unter den heiligen Gestalten verborgen – nach der Wandlung gezeigt werden und vor denen wir niederknien sollen wie bei jeder eucharistischen Anbetung.

Die heilige Caterina von Siena betont zurecht:

„Mit seinem Blut hat er ja das Antlitz unserer Seele gewaschen. Im Blut, das mit soviel Feuer der Liebe und mit soviel Geduld vergossen wurde, schuf er uns neu zur Gnade. Das Blut beschönigte unsere Nacktheit, da es uns mit Gnade bekleidete. Die Wärme des Blutes ließ die Lauheit des Menschen auftauen. Im Blut wurde die Finsternis zerstört und das Licht geschenkt. Im Blut wird die Eigenliebe verzehrt, d.h. die Seele, die nur auf sich schaut, wird vom Blut geliebt und bekommt dadurch eine Stütze, an der sie sich erheben kann aus der elenden Eigenliebe. Nun kann sie ihren Erlöser lieben, der ihr mit soviel Liebesfeuer das Leben gab und wie ein Verliebter den schmachvollen Tod auf sich nahm.“

(Erzbischof Wolfgang Haas)

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