Auch wenn ich diesen Schritt grundsätzlich für falsch halte, …

… da muß sich die Petrusbruderschaft einmal selbst hinterfragen. Denn der angegebene Grund, warum er die FSSP verlassen hat, ist tatsächlich nachvollziehbar, zumindest dort, wo ich sie kennengelernt habe. Dass die „lateinische Liturgie“ „nicht mehr in die heutige Zeit“ passe, deutet aber eher auf eine Ausrede für seine Entscheidung.

„Ich habe gemerkt, dass ich in die Priesterbruderschaft, die sich hauptsächlich der Pflege der alten lateinischen Liturgie verschrieben hat, nicht mehr hineinpasse. Ich habe gemerkt, dass die alte Liturgie, so schön und feierlich sie sein kann, nicht mehr in die heutige Zeit passt. Ein großes Manko sehe ich darin, dass man sich dort nur um die Menschen kümmert, die sich ganz bewusst eine traditionell orientierte Gemeinschaft aussuchen. Es fehlt aber völlig der Bezug zu den Menschen, die der Kirche fern stehen. Es ist mir sehr wichtig, als Priester nicht nur für Menschen da zu sein, die in einem katholischen Umfeld groß geworden sind. Da erinnere ich mich an das Evangelium von dem verlorenen Schaf. Jesus lässt dort 99 Schafe in der Wüste zurück, weil er weiß, dass sie versorgt sind. Und er geht dem hundertsten Schaf nach. Dieses Kümmern um das hundertste Schaf hat mir in der Priesterbruderschaft immer gefehlt.“

Quelle

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In der Wüste unfruchtbarer Selbstsucht

Papst Pius XII. – Aktueller denn je!

Die Zeit ist vorbei, in der die jungen Mädchen oft in die Ehe traten, fast ohne ihren Ehepartner zu kennen. Leider aber dauert die Zeit noch an, in der manche jungen Ehemänner sich am Anfang eine Periode moralischer Freiheiten gestatten und glauben, sie dürften von ihren Rechten Gebrauch machen, ohne sich um ihre Pflichten zu kümmern. Schwere Schuld, die den göttlichen Zorn herausfordert; Quelle auch zeitlichen Unheils, dessen Folgen allen Furcht einflößen sollten. Die Pflicht, die man zu verkennen oder zu verachten beginnt, vernachlässigt man mit der Zeit immer mehr, so dass sie schließlich fast ganz vernachlässigt wird und mit ihr die Freuden, die ihre mutige Beobachtung mit sich bringt. Und wenn dann die Erinnerung wiederkehrt und die Reue kommt, so kommt manchmal unter vergeblichen Tränen die Einsicht, dass es zu spät ist; dem Paar, das gegen seine Aufgabe untreu gewesen, bleibt nichts mehr übrig, als in der Wüste seiner unfruchtbaren Selbstsucht hoffnungslos zu verdorren.

Pius XII.: Ansprache an Neuvermählte, 24. Juli 1940.
(In: „Der Papst sagt“ – Lehren Pius XII., Frankfurt 1955)

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