Heilige Rosa von Lima – 30. August

Die heilige Rosa von Lima ist am 30. April 1586 in Lima, damals Hauptstadt des Vizekönigreichs Peru, geboren. Ihr ursprünglicher Name war Isabel Flores de Oliva. Sie war eines von dreizehn Kindern ihrer Eltern.

Die kleine Isabel wurde von ihrer Mutter von Kind an Rosa genannt. Rosa zog mit einzigartiger Kraft das Beispiel der hl. Caterina von Siena an. Das führte sie 1606 zu dem Entschluss, wie diese, den weißen Habit der Terziarinnen des Dominikanerordens zu tragen. Trug den Ordensnamen Rosa von der heiligen Maria.

Sie war geschickt im Nähen, und trug mit ihren Näharbeiten zum Unterhalt der Familie bei. Um 1615 baute sie sich eine kleine Zelle oder Klause im Garten ihres Elternhauses. In diesem kleinen Raum von nur etwa zwei Quadratmetern fand sie die Sammlung zum Beten und zu Bußwerken. Sie half von hier aus den Ärmsten und Bedürftigsten von Lima. Im März 1617 feierte sie in der Dominikus-Kirche in Lima ihre mystische Vermählung mit Christus.

Halbseitig gelähmt, übergab die Jungfrau aus Lima am frühen Morgen des 24. August 1617 ihre Seele an Gott.

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Der hl. Antonius Maria Claret verehrte die heilige Rosa von Lima. In seiner Autobiographie stellte er fest, das Beispiel der heiligen Frauen habe ihn noch stärker bewegte als das das der heiligen Männer. Er widmet der heiligen Rosa von Lima drei Abschnitte.

„Einem ihrer Beichtväter wurde eine Missionsreise angetragen. Er hatte Angst vor der Reise wegen der mit ihr verbundenen Gefahren und besprach die Angelegenheit mit der Heiligen. Sie sagte zu ihm: ‚Gehen Sie nur, mein Vater, und fürchten Sie sich nicht. Gehen Sie, um diese Ungläubigen zu bekehren. Bedenken Sie, der größte Dienst, den die Menschen Gott erweisen können, ist der, Seelen zu ihm zu bekehren, und das ist ein den Aposteln eigenes Werk.‘“

Interessanterweise blickt A. M. Claret auf eine Begebenheit, in der scheinbar die Rollen zwischen der Heiligen und ihrem Beichtvater vertauscht werden. Denn der Beichtvater vertraut der Heiligen, seinem Beichtkind, seine Ängste an und empfängt von ihr Trost, geistliche Motivation, und das Bewusstsein, dass er den Willen Gottes tut, wenn er dorthin geht, wohin man ihn sendet.

Dabei entdeckt er auch den Eifer in Rosa von Lima, den sie für die Verkündigung des Glaubens hatte. Und so ermutigte und ermahnte sie diejenigen, die predigen durften (sie durfte es nicht). Von diesem Eifer erfüllt, vom Geist Gottes durchdrungen scheut sie nicht davor zurück, einen Prediger zurechtzuweisen, damit er mit seiner Predigt nicht mehr den Beifall sucht, sondern sich anstrengt, die Menschen zu bekehren.

Der hl. Antonius Maria Claret stellte fest: „Da man ihr nicht zu predigen erlaubte, versuchte sie mit himmlischer Beredsamkeit, so wie Gott sie ihr schenkte, alle Menschen, mit denen sie umging, dafür zu gewinnen, dass sie die Tugenden lieben sollten, die Laster aber verabscheuen.“

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