Ehe, Ehebruch, Konkubinat … Sünde

Kardinal Brandmüller sagt, was Sache ist!

Das Evangelium Jesu Christi öffnet Horizonte, die ohne das, was wir Offenbarung nennen, der natürlichen Vernunft zunächst unzugänglich sind. Das heißt also, dass ein Widerspruch zwischen Evangelium und gesellschaftlicher Plausibilität nicht verwundern kann. Jesus spricht selbst Klartext in dem Zusammenhang, wenn er unmissverständlich von der Unauflösbarkeit der Ehe und der Verwerflichkeit des Ehebruchs spricht. Wenn ich also katholisch bin, dann bewege ich mich innerhalb dieses Rahmens. Es ist ein Rahmen, der der Realität des möglichen Scheiterns einer Ehe durchaus Rechnung trägt und etwa die Trennung von Tisch und Bett im Falle der Unverträglichkeit der Gatten gestattet.

Auseinandergehen ja, noch einmal Heiraten nein? Ist das nicht eine aufreizend lebensfremde Überzeugung, die mit „Amoris laetitia“ vielleicht theologisch schlampig, aber immerhin autoritativ korrigiert würde?

Wie gesagt, Jesus selbst spricht von der Unauflösbarkeit der Ehe und der Verwerflichkeit des Ehebruchs. Wobei der Möglichkeit des Scheiterns im kirchlichen Rahmen immer schon Rechnung getragen wurde. Das hat es ja oft gegeben, dass einer der Ehepartner sich als unerträglich im buchstäblichen Sinne entpuppt hat. Aber es gibt keine Möglichkeit einer Wiederverheiratung. Die hat es in der ganzen christlichen Geschichte bis Luther nicht gegeben.

Die Trennung von Tisch und Bett erinnert an den englischen Adel, wo man immer in Bezug auf den Ehepartner sagte: Scheidung niemals, Mord jederzeit. Wenn ich im Treppenhaus meine Nachbarin kennenlerne und nicht mehr mit meiner Frau auf „getrennt von Bett und Tisch“ mache, sondern zur Nachbarin ziehe – was liegt dann vor?

Ehebruch.

Und wenn ich ohne Reue, wohl aber mit Glücksgefühlen, die nächsten zehn Jahre bei der Nachbarin bleibe?

Dann ist das ein Konkubinat. Fortgesetzter Ehebruch.

Wie wäre das angesiedelt in der Hierarchie des Vergehens?

Als schwere Sünde.

Quelle FAZ

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