Im Herzen Gertruds werdet ihr mich finden

16. November – Heilige Gertrud

Weil du es heute aus Bescheidenheit unterlassen hast,
mich in der Kommunion leibhaftig zu empfangen,
trinke jetzt im Geiste
aus meinem Herzen
den wirkungsmächtigen Strom
meiner liebreichsten Gottheit.

(Gertrud v. Helfta, Legatus IV.)

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Gertrud von Helfta, auch Gertrud die Große genannt, war Nonne im Kloster Helfta. Sie ist eine große deutsche Heilige, obgleich sie hierzulande längst nicht so bekannt ist und verehrt wird wie etwa in Südamerika. Das folgende Bild stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von einem peruanischen Künstler gemalt. Auf dem Spruchband ist zu lesen, was der in der Herzenszelle der heiligen Gertrud wohnende Jesu zu uns spricht:

In corde Gertrudis invenietis me.
Im Herzen Gertruds werdet ihr mich finden.

Gertrud die Große, unbek. peruan. Maler

MENOLOGIUM (HEILIGENVERZEICHNIS) DES HL. CISTERCIENSERORDENS
16. NOVEMBER – In Sachsen, zu Helfta die heilige Gertrud die Große, im Kloster auch Trutta genannt. Mit ihr trägt nur noch eine Frau in der Kirche den ehrenden Beinamen, die Große, es ist die hl. Theresia von Avila. Die hl. Gertrud wurde am 6. Januar 1256 geboren. Als fünfjähriges Kind kam sie in das Kloster Helfta. In der heiligmäßigen Äbtissin Gertrud von Hackeborn fand sie eine liebevolle Mutter. Sie sorgte für eine gediegene Ausbildung des Mädchens. Später sah die Heilige in ihrer hohen Bildung eine Gefahr für ihr geistliches Leben und sie trennte sich heroisch von ihrem Bildungsstreben. Sie hat diesen Entschluß Bekehrung genannt. Damit begann ihr mystisches Leben und der vertraute Umgang mit Jesus, ihrem Seelenfreund. In dem von ihr verfaßten und diktierten Seelenbericht Der Gesandte der göttlichen Liebe haben wir ein Dokument erhabener mystischer Theologie. Frühvollendet entfloh sie aus dieser Welt in die Arme ihres göttlichen Geliebten. Die Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu hat in ihr und ihrer heiligen Mitschwester Mechthid von Hackeborn die ersten Herolde. – Ihre Verehrung ist in den iberischen Ländern und deren ehemaligen amerikanische Herrschaftsgebieten außerordentlich groß. Eine berühmte Verehrerin war keine geringere als die hl. Theresia die Große. In der Barockzeit gab es großen Streit zwischen den schwarzen Benediktinern und den Cisterciensern, zu welcher Observanz sie nun gehört habe. Eines ist sicher, die schwarzen Benediktiner haben sich die Verehrung der Heiligen etwas kosten lassen. Sie haben ein schönes Festoffizium mit eigenen Hymnen. Die Cistercienser hatten bis in jüngste Zeit weder Fest noch Kult für sie.

Quelle – neubloganschrift.blogspot.de

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