Mechtild von Hackeborn – 19. November

Gestern, am 19. November, war der Todestag (1298/99) der heilige Nonne und Mystikerin Mechtild von Hackeborn. Geboren 1241, kam sie mit sieben Jahren kam in das Kloster Rodersdorf bei Halberstadt. Dort war ihre ältere Schwester Gertrud von Hackeborn bereits Nonne. Später wurde diese Äbtissin des Klosters und siedelte mit dem Konvent nach Helfta um. Mechthild war die Lehrerin der hl. Gertrud, sie leitete die Klosterschule und war Kantorin des Klosters. Später erhielt die hl. Gertrud den Auftrag, die Schauungen der hl. Mechthild aufzuzeichnen. Mit der hl. Gertrud ist sie die Begründerin der Herz–Jesu Verehrung. Das wahre Dreigestirn, die hl. Gertrud, die hl. Mechthild von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg haben die Kirche durch ihr mystisches Leben erleuchtet.

Der Herr sprach:
„… so entnimm daraus, wie nie eines Sünders Herz durch den Rost der Sünde so abstirbt, daß er nicht, wenn er einen Schmerz oder eine leibliche Krankheit, wie klein sie auch sein mag, in der Gesinnung erduldet, daß er aus Liebe und Lob meines Namens auch gern einen stärkeren Schmerz erlitte, falls dies mir gefiele – daß er nicht zur selben Stunde durch solche Gesinnung wieder aufgrünte und so des göttlichen Erbarmens teilhaft würde. Ich sage dir, kein Sünder ist so arg, daß, wenn er wahrhaft bereut, ich ihm nicht zur selben Stunde all seine Schuld vergebe und mein Herz mit so viel Huld und Milde über ihn neige, als hätte er nie gefehlt.“
Sie sagte:
„Wenn das so ist, liebster Gott, wie kommt es dann, daß der arme Mensch es gar nicht merkt?“
Der Herr darauf:
„Es kommt daher, daß er den Innern Geschmack der Sünde noch nicht ganz verloren hat. Wenn einer, der Buße getan hat, den Lastern so stark widerstünde, daß aller Geschmack und alle Lust an der Sünde ausgerottet würden, er würde zweifellos die Süße des göttlichen Geistes durch und durch empfinden.“

(Mechthilde von Hackeborn. Das Buch der besonderen Gnade)

 

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