Zum Ende von Himmerod – Die Ordnung bei der Empfehlung der Seele (3/3)

Wenn dann die Seele noch bedrängt wird, werden Psalm 117 Danket dem Herrn etc. und Psalm 118 Wohl denen etc. gebetet, der als Ganzes auf die Horen aufgeteilt ist. Nachdem sie gebetet wurden, geht der Konvent weg, wenn [der Sterbende] bis dahin noch nicht verschieden ist; und es bleibt dort mit dem Kreuz, dem Weihwasser und der angezündeten Kerze ein Priester zurück, der fähig ist, dem Sterbenden zu helfen, der ihn aufmuntert und in Abständen sanft ermahnt:
1. Dass er fest an alle Glaubensartikel, das Symbolon der Apostel glaube, und [es], wenn er kann, rezitiere.
2. Dass er auf Christus hoffe, der ihm gnädig ist aufgrund seiner Milde und durch die Wohltat der Passion, und [dass er hoffe] auf die Fürsprache der seligen Maria und aller Heiligen, die ihn ins ewige Leben begleiten werden.
3. Dass er aus ganzem Herzen einen Akt der Gottesliebe hervorlocke.
4. Dass er Trauer empfinde wegen der Liebe Gottes, die, wenn auch nur leichtest, oft von ihm verletzt wurde, sowohl gegenüber Gott, dem Herrn, als auch gegenüber dem Nächsten.
5. Dass er von Herzen allen verzeihe, die ihn auf irgendeine Weise angegriffen haben, und dass er von denen Verzeihung erbitte, die er irgendwie beleidigt hat.
6. Dass er den Schmerz und die Beschwerde der Krankheit als Strafe für seine Sünden geduldig und willig ertrage, etc.

Er kann ihm auch diese kleinen Bitten eingeben: Miserere mei Deus secundum magnam misericordiam tuam. … [etc.]

Dies und ähnliches kann ein kluger Priester, nach dem Fassungsvermögen der Person, dem Sterbenden in der Volkssprache oder lateinisch eingeben; dann [kann er auch] über ihn Kapitel 17 des Evangeliums und die Leidensgeschichte nach Johannes lesen; und auch andere Gebete über das Leiden [des Herrn] kann er beten, wie am Schluss des folgenden Kapitels [angegeben].

(Aus dem Zisterzienserritus – Rituale cisterciense Deutsch (1892)]

Zwei Mönche sind zur Zeit noch in Himmerod: Pater Stephan R. Senge, der unbedingt in Himmerod bleiben will; sowie Pater Johannes Müller, der letzte Abt des Zisterzienserkonvents Himmerod. –
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hatte angekündigt, sich selbst auf die Suche nach einer neuen Ordensgemeinschaft für Himmerod zu machen.

Klosterruine Himmerod um 1910

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