Originalton Pater Schmidberger

+ Bugnini, der Hauptschöpfer der neuen Messe, hat sich alle Texte von Protestanten aus Deutschland übersetzen lassen und die als Vorbild genommen. So wurde der Opfergottesdienst immer mehr zurückgedrängt, die heilige Messe immer mehr zu einem Gemeinschaftsmahl und schließlich zu einem Gemeinschaftserlebnis. Im Artikel 7 der Rubriken des Novus ordo missse heißt es:
»Die Messe ist die heilige Versammlung des Volkes Gottes unter dem Vorsitz des Priesters. Da gilt in besonderer Weise das Wort Christi: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.«

+ [Stichwort vorkonziliar]
Ja, das wirft man uns vor.
Aber das ist ein Zerrbild der Wirklichkeit.
Es muss immer Neues geschaffen werden, aber aus den richtigen Prinzipien heraus. Mit dem Geiste Gottes natürlich in allererster Linie. Und jetzt nicht in dieser Euphorie von Heilig-Geist, wie sie bei den Pfingstlern und Charismatikern angesiedelt ist, sondern wirklich aus dem tiefsten Glaubensgut, dem Glaubensschatz und dem Glaubenscharisma heraus. Aus all dem muss Neues geschaffen werden.

+ [Hilferufe von Laien?]
Laien, aber auch [unsere] eigenen Mitbrüdern in den verschiedenen Ländern, […] sagen: Wir brauchen mehr Mitarbeiter.
Das Werk weitet sich aus, insbesondere in den USA. Es ist unglaublich, wie die Priesterbruderschaft in den USA gewachsen ist. Es gibt dort riesige Pfarreien.
Wenn ich zum Beispiel St. Mary’s nehme, die Schule im Herzen der USA, im Staate Kansas. Sie umfasst einen Kindergarten bis hinauf zum College einschließlich. Dort sind 1000 Schüler. Die Pfarrei hat 3600 Gläubige, die jeden Sonntag die hl. Messe besuchen. Ganze Familien ziehen da extra wegen eines integralen katholischen Lebens hin! Das ist kein Problem für die Leute dort.
Da gibt es blühende Pfarreien und sehr viele Familien, kinderreiche Familien. Dort vollzieht sich wirklich ein christlicher Aufbruch.

+ 30. Juni 1988.
Der Erzbischof hat vier Bischöfe geweiht.
Kardinal Gagnon meinte voraussagen zu können, wenn das jetzt wegen der nicht genehmigten Bischofsweihe zu einem Konflikt zwischen der Priesterbruderschaft und Rom komme, dann würden sich 80 oder sogar 90 Prozent der Piusbrüder gegen Lefebvre und für Rom entscheiden.
Eine völlige Fehleinschätzung.
Erzbischof Lefebvre weiht also die Bischöfe.
Rom schlägt mit der Keule feste drauf. Exkommunikation!
Rom exkommuniziert Erzbischof Lefebvre.
Rom exkommuniziert Bischof de Castro Mayer, den Mit-Konsekrator,
Rom exkommuniziert die vier neu geweihten Bischöfe. […]
Rom war der Meinung, das wär’s dann gewesen.
Im Vatikan meinte man, die Bruderschaft Sankt Pius X. sei am Ende.
Doch siehe da: Es hat sich nichts zerstreut. Es sind einige wenige Priester aus der Bruderschaft ausgetreten, die dann die Petrusbruderschaft gegründet haben. Das ist deren Anfang.
Es sind einige Seminaristen ausgetreten. Wenn ich mich recht entsinne, sind 17 Priester weggegangen. Wir hatten damals 220 oder 230 Patres.

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Pater Franz Schmidberger / Ingo Langner
Gott, Kirche, Welt und des Teufels Anteil
Patrimonium-Verlag 2017
216 Seiten, 18,80Euro
ISBN 978-3-86417-101-7

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