Die Tradition über Maria – (Hl. Irenäus) – 3/4

Denn wie durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen die Sünde Eingang fand und durch die Sünde der Tod sich behauptet, so ist auch durch den Gehorsam eines einzigen Menschen die Gerechtigkeit eingekehrt, die den Menschen , die einst tot waren, als Frucht das Leben bringt. Und wie der ersterschaffene Mensch, eben Adam, aus der unkultivierten und noch jungfräulichen Erde – Gott hatte es nämlich noch nicht regnen lassen, und der Mensch hatte die Erde noch nicht bearbeitet (Gen 2,5) – sein Wesen hatte von der Hand Gottes, das heißt vom Logos Gottes gebildet wurde – denn alles ist durch ihn gemacht worden (Jo 1,3), und der Herr nahm das Leben von der Erde und bildete den Menschen -, so rekapitulierte das Wort selbst den Adam in sich und wurde aus Maria, die noch Jungfrau war, richtigerweise in einer Art geboren, in der Adam rekapituliert wurde. Wenn also der erste Adam einen Menschen zum Vater gehabt hätte und aus dem Samen eines Mannes geboren wäre, dann würde sie aus gutem Grund sagen, auch der zweite Adam sei aus Josef gezeugt. Wenn der erste aber von der Erde genommen und vom Logos Gottes gebildet wurde, dann muss-te eben der Logos selbst genauso wie Adam geboren sein, wenn er dessen Rekapitulation in sich bewirken wollte. Warum hat Gott nun nicht wieder Lehm genommen, sondern das Geschöpf aus Maria entstehen lassen? Damit nicht ein anderes Geschöpf entstünde und es kein anderes Geschöpf wäre, das gerettet würde, sondern damit ein und dasselbe Geschöpf unter Fortbestand der Gleichheit rekapituliert würde.“

(Irenäus. Gegen die Häresien 3)

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