„Ich nehme dir deine Hände und gebe dir meine“

Er war 83 Jahre alt und trug die Stigmata Christi für mehr als 15 Jahre. Francis Houle: Ein bürgerlicher Ehemann und Vater aus Michigan … und ein Stigmatisierter

Unser Herr sagte ihm:
„Ich nehme dir deine Hände und gebe dir meine … berühre sie.“

Eine Reihe von Heiligen und heiligmäßigen Menschen hat bekanntermaßen auf besondere Weise Anteil am Leiden Christi: indem sie buchstäblich seine Wunden in ihrem Fleisch trägt. Zu dieser Gruppe zählen so beliebte Heilige wie Franz von Assisi, Katharina von Siena und, näher an unserer Zeit, Pater Pio.

Dann gibt es da noch Irving „Francis“ Houle, einen normalen Mann aus Michigan.

Irving wurde 1925 im Norden Michigans, in der Stadt Wilson, geboren. Er war einer von sechs Jungen und einem Mädchen, die Peter und Lillian Houle geboren wurden. Die Familie betete jeden Tag während der Fastenzeit den Rosenkranz, und der Vater sorgte dafür, dass sie den Kreuzweg an jedem Sonntag nach der Messe beteten. Die Houles waren zweifellos eine fromme katholische Familie.

Irvings Leben entsprach dem bürgerlichen mittelwestlichen Stereotyp, und er lebte, wie wir es uns vorstellen würden. Er machte seinen Schulabschluss 1944, als der Zweite Weltkrieg tobte. Am nächsten Tag trat er ins Militär ein. Er diente in Europa, Afrika und im Nahen Osten, und er erhielt die „American Theater Service Medal“ sowie die „Good Conduct Medal“. Er wurde 1946 ausgemustert.

Indem er dem Beispiel seines Vaters folgte, begann Irving das klassische Leben eines jungen katholischen Mannes. 1948 heiratete er Gail LaChapelle, und sie hatten fünf Kinder: Stephen, Peter, John sowie die Zwillinge Matthew und Margo. Irving zog seine Kinder im Norden Michigans auf und arbeitete für „Montgomery Ward“, eine Chemie-Zulieferer, und als Manager einer Fabrik. Er war ein aktives Mitglied der Pfarrei St. Josef, wie auch ein aktives Mitglied der „Knights of Columbus“, bei denen er Distrikts-Abgeordneter und Mitglied des Vierten Grades war mit der Auszeichnung, als „Sir Knight“ angeredet zu werden. Die Houle-Familie hätte der Gegenstand eines Gemäldes von Norman Rockwell sein können.

Francis war 67 Jahre alt, als sich am Karfreitag, 9. April 1993, die Stigmata erstmals zu zeigen begannen. Francis erzählte seinem Bruder und einem Priester, Father Robert Fox (der später ein Buch über ihn schrieb), wie Jesus ihm erschien, als die Fastenzeit am Aschermittwoch begann. Er erklärte, Jesus habe ihm gesagt: „Ich nehme dir deine Hände und gebe dir meine … berühre sie.“

Am Karfreitag brach die Schwellung, die auf der Ober- und Unterseite seiner Hände sichtbar war, auf und begann zu bluten. Walter Casey, ein pensionierter Polizist, der vom Bischof beauftragt worden war, zu jeder Zeit bei Francis zu weilen, erläuterte, wie jeden Morgen zwischen Mitternacht und drei Uhr, an 365 Tagen im Jahr, Francis die Leiden der Passion Christi erduldete. Francis sagte ihm, dass die allerseligste Mutter 19-mal zu ihm gekommen sei und ihm während dieser Besuche erzählt habe, dass sie viele Menschen zu ihm und ihn zu vielen Menschen bringen werde.

Es wird geschätzt, dass Francis einzeln „über“ 100000 Menschen gebetet habe, als er noch lebte. Die Leute warteten stundenlang, um den betagten Großvater, der die Stigmata trug, zu sehen, der ihnen dann die Hände auflegte. Die Menschen weinten und berührten ihn und küssten seine Hände.

Irving Francis Houle stigmata der Hände

Houle strebte niemals nach persönlicher Aufmerksamkeit oder finanziellen Spenden und Zuwendungen. Er betonte unermüdlich, dass die Heilungen von Gott stammten und so niemand auf ihn schauen sollte, sondern auf unseren Herrn Jesus Christus als die wahre Ursache jeglicher geistlichen oder körperlichen Heilung.

Er starb am ersten Samstag, 3. Januar 2009. Er war 83 Jahre alt und trug die Stigmata Christi für mehr als 15 Jahre. Er ist einer der wenigen Laien in der Kirchengeschichte, der mit den Stigmata bezeichnet war.

Zwei Bischöfe in der Diözese Marquette (Michigan), Bischof James H. Garland und Bischof Alexander K. Sample, fanden „keine Mängel“ in der Aktivität Houles und gaben ihm seinen Segen. Diese Erkenntnisse wurden bislang noch nicht an Rom weitergeleitet.

Houle verfasste das folgende Gebet:

O mein Jesus. Mein Herz ist so schwer.
Deine Bürde ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte.
Bitte, mein Jesus, lass mich dein Kreuz für eine Weile tragen.
Nur damit du weißt, dass ich mich kümmere.
Schau auf mich, lieber Herr, mit den Augen deiner Barmherzigkeit.
Mögen deine heilenden Hände auf mir ruhen.
Wenn es dein Wille ist, gib mir bitte Gesundheit, Kraft und Frieden.
Amen.

Quelle -aleteia

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