Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe

Buchempfehlung

Das neue Buch von Paul Badde „hält Schritte
des deutschen Papstes fest, durch die er
in die Geschichte eingehen wird.“

Der verdutzte Bücherfreund wundert sich: noch ein Buch über Benedikt XVI.? Gerade jetzt, wo doch alle Welt längst Abschied genommen hat von einem Theologen, der Papst wurde und weichen musste für einen anderen, der das Amt das Papstes ganz anders verkörpert als der Theologenpapst Benedikt. Täuschen wir uns nicht.

Das vor uns liegende Buch des Historikers, Journalisten und Katholiken Paul Badde fasst einige seiner „Stücke“ zusammen, die er im Auftrag seines Arbeitgebers geschrieben hat, als er als Korrespondent für die „Welt“ in Rom und dem Vatikan arbeitete. So sind die Kapitel des Buches in den Jahren des Papstes Benedikt XVI. alle bereits zu lesen gewesen. Badde beschreibt in seiner Vorbemerkung, unter welchen Umständen diese Zeitungsartikel manchmal entstanden sind. Vor allem bezeichnet er sich selbst aufgrund mancher Krankheiten als „viel schwächer als der alte Papst“. Auch wenn nicht immer alle Badde-Texte in der „Welt“ veröffentlicht wurden, weil manches nicht ausgewählt wurde oder redaktionelle Notwendigkeiten etwas anderes vorsahen, so geben die 248 Seiten des von LangenMüller im Herbig-Verlag herausgegebenen Buches einen spannenden Einblick in das Pontifikat des Ratzinger-Papstes. Es bietet gewissermaßen historische Originalquellen.

Das aus nächster Nähe zum Papst entstandene Buch hält wie ein Bernstein Schritte des deutschen Papstes fest, durch die er in die Geschichte eingehen wird. Zwei Tage nach seiner Papstwahl schreibt Badde über Benedikt, indem er an den erst wenige Tage zurückliegenden Karfreitag erinnert, als Joseph Kardinal Ratzinger sagte: „Halten wir inne vor dem leidenden Gottessohn. Versuchen wir, sein Gesicht zu erkennen in denen, die wir verachten möchten. Lassen wir uns annageln an ihn und keiner Versuchung nachgeben, uns loszulösen und dem Spott zu folgen, der uns dies einreden will. Im Verwesungsgeruch der Ideologien sollte unser Glaube wie der Duft sein, der auf die Spur des Lebens führt.

Ein bemerkenswerter Satz ist dem Rezensenten aufgefallen, der ihn sofort an das derzeitige Pontifikat erinnert und einen der großen Unterschiede zwischen den Päpsten Ratzinger und Bergoglio deutlich macht. Badde schrieb am 19. April 2012, zehn Monate vor dem Rücktritt Benedikts: „Strippen zu ziehen, Hausmächte um sich zu sammeln und Netzwerke zu seinem Vorteil zu knüpfen, all dies hat Joseph Ratzinger nie gelernt.

Dem Buch „Paul Badde. Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe“ ist ein Geleitwort vorangestellt: Gott ist Liebe. „Deus caritas est“ war die erste Enzyklika dieses Papstes. Nicht nur aus den Vorbemerkungen Baddes spürt der Leser die Wahrheit dieses Wortes. Zuletzt schreibt er den einfachen und schönen Satz: „Ich vermisse ihn, seit das Licht in seinem Zimmer über dem Petersplatz am 28. Februar 2013 erloschen ist.“

Erstveröffentlicht – kath.net

Paul Badde.
Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe
Langen-Müller-Verlag, 2017
256 Seiten, ca. 17 farb. Abbild.
ISBN: 978-3-7844-3434-6
22,00 Euro

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