Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (3/11)

An dieser Stelle soll nicht der ganze Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta aufgezeichnet werden. Wir beschränken uns hier auf die neun Oden, die ab heute fortlaufend bis Gründonnerstag angeboten werden.

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1. Ode – Die Trauer des Adam

1. O Christus, womit soll ich beginnen,* wenn ich die schlechten Taten meines Lebens beweinen möchte?* Welche können die ersten Worte dieses Klageliedes sein?* In Deiner Barmherzigkeit gewähre mir die Vergebung all meiner Sünden.
2. So komme ich, um dem Schöpfer des Alls meine Schuld zu bekennen,* meinen Irrwahn zu verlassen* und Gott die Tränen meiner Trauer darzubringen.
3. Ich bin dem ersten Adam in seinem Ungehorsam gefolgt* und sehe mich nun fern von meinem Gott,* des ewigen Reiches und seiner Freude beraubt.
4. Warum bin ich der ersten Eva ähnlich geworden?* Ich habe eigenmächtig den tödlichen Baum berührt* und begierig die verbotene Frucht gekostet.
5. Eva kommt mir in den Sinn.* Ich gleiche ihr durch meine begierlichen Gedanken,* die aus meinen Leidenschaften hervorgehen.* Immer wieder esse ich von der bitteren Frucht.
6. Adam hat gerechterweise wegen eines einzigen Vergehens* gegen Deine Gebote das Paradies verloren.* Und ich, o mein Retter,* übertrete immer wieder deine Worte des Lebens!
7. Dem Beispiel Kains bin ich gefolgt*. Ein Mörder für mein Gewissen bin ich geworden,* indem ich meinem Fleisch nachgegeben* und durch meine Sünden das Tiefste meines Herzens verletzt habe.
8. Herr Jesus, die Gerechtigkeit eines Abel habe ich nicht nachgeahmt.* Ich habe Dir keine wohlgefälligen Opfer dargebracht,* weder Werke, wie sie Gott gefallen,* noch reine Opfergaben,* noch ein Leben ohne Tadel.
9. Nach dem Vorbild des Kain* haben wir Sünder dem Schöpfer nur befleckte Taten darzubringen,* tadelnswerte Gaben,* das Leben eines Unnützen.
10. Wie der Töpfer ein Gefäß formt,* so hast du mir, o Schöpfer, einen Leib geformt* und mir den Geist des Lebens eingehaucht.* O mein Erlöser, nimm mich an,* der ich reumütig zu Dir komme.
11. Vor Dir, o mein Retter, bekenne ich meine Sünden.* Du siehst die Wunden meiner Seele,* die mir geschlagen die Angriffe der Feinde* und die Räubereien meiner Gedanken.
12. O mein Erlöser,* obwohl ich ein Sünder bin,* weiß ich, daß Du ein Freund der Menschen bist.* Du schlägst Wunden und hast wieder Erbarmen.* Du schenkst uns Deine wohltuende Liebe.* Du siehst meine Tränen,* und wie der Vater des verlorenen Sohnes läufst du mir entgegen.
13. O mein Retter,* an der Schwelle Deines Hauses harre ich,* daß Du mir entgegenkommst.* Am Ende meiner Tage verwirf mich nicht.* In Deiner Güte gewähre mir* jetzt schon die Vergebung all meiner Sünden,* Du Freund der Menschen.
14. So wie jener, der auf dem Weg nach Jericho unter die Räuber fiel,* bin ich unter die Schläge meiner Gedanken gefallen.* Durch sie wurde ich misshandelt.* Voller Wunden bin ich.* Du aber, Christus, mein Erlöser, komm und rette mich.
15. Der Priester wandte sich bei meinem Anblick ab,* und der Levit, der mich in meinem Elend sah,* ging an mir vorbei.* Jesus, Du wurdest von der Jungfrau Maria geboren, um uns zu retten.* Bleibe Du stehen und hab Erbarmen mit mir.
16. Lamm Gottes, das die Sünden aller trägt,* erleichtere meine Last,* befreie mich von meinen Verfehlungen,* und in Deiner Milde gewähre mir* die Vergebung meiner Sünden.
17. Die Zeit der Buße ist gekommen,* und ich eile zu Dir, mein Schöpfer.* Befreie mich von der bedrückenden Last meiner Sünden,* und in Deinem Erbarmen gewähre mir die Tränen der Reue.
18. Überlass mich nicht dem Schrecken, o Retter.* Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht.* Nimm die schwere Last meiner Sünden auf Dich,* und in Deiner Barmherzigkeit gewähre mir* die Vergebung meiner Sünden.
19. Vergib mir, o mein Retter,* meine gewollten und ungewollten,* bewussten und unbewussten Sünden,* die ich im Geheimen oder am hellen Tag begangen habe.* Mein Gott, vergib mir und rette mich.
20. Von Jugend an habe ich Deine Gebote übertreten, o Retter.* In Leidenschaftlichkeit und unbedacht habe ich mein Leben verbracht.* Ich rufe zu Dir.* Rette mich – nicht erst am Ende meines Lebens.
21. Aus Torheit habe ich den Reichtum meiner Seele für Vergnügungen vergeudet.* Arm bin ich an göttlicher Liebe,* und vor Hunger schreie ich:* O mitleidvoller Vater* hab Erbarmen mit mir.
22. Vor Dir, Jesus, werfe ich mich nieder,* denn ich habe gegen Dich gesündigt.* Wirf das Joch meiner Sunden weit weg von mir,* und nimm meine Buße in Deiner Güte an.
23. O allmächtiger Gott, ich bitte Dich,* geh nicht ins Gericht mit mir.* Decke zu, was ich getan.* Erforsche meine Taten.* Erkenne meine Wünsche.* Schließe aber die Augen vor meinem Elend und rette mich.

Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Heilige Maria von Ägypten,* erbitte mir vom gütigen Gott die Gnade des Lichtes,* damit ich der Finsternis meiner Leidenschaften entkomme* und aus ganzem Herzen* die glorreichen Taten deines Lebens besingen kann.
Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Heilige Maria von Ägypten,* du hast dich dem heiligen Gesetz Christi unterworfen.* Du bist zu Ihm zurŸckgekehrt.* Aus Liebe zu Gott hast du deine heftigen Leidenschaften beherrscht.* Und so hast du auf einzigartige Weise alle Tugenden erworben.

Heiliger Andreas von Kreta,* bitte für uns.
Durch deine Fürbitte, o heiliger Andreas von Kreta,* bewahre uns vor den Versuchungen.* Und da wir mit Glaube und Liebe deinen großen Kanon singen,* mach uns würdig, teilzuhaben am Reich Gottes.

Über alles erhabene Dreifaltigkeit,* als ein Gott angebetet,* nimm die schwere Last der Sünde von mir,* und in Deinem Erbarmen* schenke mir die Tränen der Reue.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne* und dem Heiligen Geist.

O Mutter Gottes,* du Hoffnung und Schutzschild für alle,* die dich besingen,* nimm die Last meiner Sünden von mir.* O reine Jungfrau, nimm mich Reuigen an.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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