Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (4/11)

2. Ode – Die Röcke aus Fellen

1. Hört zu, ihr Himmel, ich will reden!* O Erde, lausche meinen Worten,* vernimm die Stimme dessen,* der vor Gott seine Sünden bekennt und Ihn verherrlicht.
2. Herr, Du Gott des Erbarmens,* schenke mir Deinen Blick der Liebe* und entnimm meinen Lippen* das Bekenntnis meiner Sünden.
3. Gegen Dich allein habe ich gesündigt*. Aber Du, mein Retter,* hab Erbarmen mit dem Werk Deiner Hände.
4. Die Wogen der Leidenschaften umbranden mich,* Herr des Erbarmens,* doch reiche Du mir Deine Hand,* wie Du sie einst Petrus auf den Wellen gereicht hast.
5. Vor Dir, o Christus,* verströme ich meine Tränen wie die Sünderin.* In Deiner Liebe hab Erbarmen mit mir.
6. Die Schönheit meiner Seele habe ich durch den Genuß,* den ich in den Leidenschaften gefunden habe, zerstört.* Nun ist mein Sinn nur dem Irdischen zugewandt.
7. Ja, ich habe die Schlange,* die mich verführte,* das Gewand zerreißen lassen,* das ich von Dir bekommen hatte.
8. Ich habe die verlockende Schönheit des Baumes,* von dem Du mir verboten hattest zu kosten, betrachtet,* und mein Geist ließ sich verführen,* und so habe ich das lichtvolle Gewand meiner Seele verloren.
9. Alle Fürsten des Bösen* haben auf meinem Rücken gepflügt,* und in meinem Herzen* die langen Furchen der Sünde gezogen.
10. Ich habe meine ursprüngliche Schönheit* und meine Würde verloren.* Du aber, mein Erlöser,* siehst mein Elend und hast Erbarmen mit mir.
11. Nachdem sie mir schon das Gewand zerrissen hat,* das Gott selbst mir gewoben hatte,* hat die Sünde auch mein Herz zerrissen.
12. Das Leben, das ich in Begierlichkeiten vergeudet habe,* ist mir wie ein vom Scharlach der Schande getränkter Mantel.
13. Geschaffen nach Deinem Bild und Gleichnis,* habe ich das Gewand dieser ersten Schönheit* beschmutzt und mit Flecken bedeckt
14. Ich war den Vergnügungen* und der Verderbnis verfallen,* und der Feind hat mich unterjocht.
15. „Blickt auf und seht,* Ich bin es, euer Gott!“, sagt der Herr.* Höre auf Ihn, der zu dir ruft:* „Wende dich ab von der Sünde“.* Sei voll Ehrfurcht vor dem Herrn, Er ist dein Richter
16. Mit wem soll ich mich in meinen Sünden vergleichen?* Mit Kain, dem ersten Mörder?* Oder mit Lamech?* Denn meinen Körper habe ich mit dem Bösen gesteinigt,* und meinen Geist* durch törichte Begierden umgebracht.
17. Ich habe die Väter,* die vor dem Gesetz lebten, nicht nachgeahmt,* weder Set, Enosch, noch Henoch,* der emporgehoben wurde,* und auch Noach nicht.* Ich habe mich um das Leben der Gerechten gebracht.
18. Ich habe die Schleusen* des Himmels geöffnet* und bin außerhalb der Arche geblieben.
19. „Einen Mann erschlug ich für eine Wunde,* einen Knaben für eine Strieme“, rief Lamech.* Auch ich zittere nicht,* mein Fleisch zu erschlagen und meinen Geist zu töten.
20. Ja, Lamech, dem Mörder bin ich gefolgt,* als ich meinen Geist wie einen Mann* und meine Seele wie einen Knaben* getötet habe.* Wie Kain dem Leben seines Bruders auflauerte,* so habe ich meinen Körper* umgebracht durch die Heftigkeit meiner Begierde.
21. Ich habe eigenmächtig versucht,* einen Turm zu bauen* und eine befestigte Stadt zu errichten.* Aber der Schöpfer hat mein Vorhaben vereitelt.* Er hat mein Bauwerk umgestürzt.
22. Ich bin zerschlagen, verwundet.* Die Schläge des Feindes haben mir Seele und Leib schwer getroffen. Die Verletzungen und Entzündungen meiner Wunden* zeugen von der Heftigkeit meiner Leidenschaften.
23. Einst ließ der Herr eine Feuersbrunst vom Himmel herabregnen,* und durch sie wurde die Sünde von Sodom verschlungen.* Warum schüre ich für mich* durch meine Sünden das Feuer der Hölle
24. Erkennt, daß Ich der Herr bin,* der die Herzen erforscht* und die verborgenen Gedanken aufdeckt,* die Absichten reinigt und die Sünden tilgt;* der Recht schafft den Waisen,* den Kleinen und den Schwachen.“

Maria von Ägypten,* du hast deine Hände dem barmherzigen Gott entgegengestreckt,* nachdem du auf den tiefsten Grund des Bösen gesunken warst.* Und wie einst den Petrus,* hat Er dich bei der Hand gefasst,* Er, der auf deine Umkehr wartete.
Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Mit der ganzen Leidenschaftlichkeit deines Herzens* bist du, Maria von Ägypten, Christus nachgeeilt* und hast die früheren Wege der Sünde* weit zurückgelassen.* In die Einsamkeit der Wüste bist du gezogen,* um dort mit einem reinen Herzen* Seinen Geboten zu gehorchen.

Heiliger Andreas von Kreta,* bitte für uns.
Betrachten wir die Liebe unseres Gottes zu uns Menschen,* und werfen wir uns vor Ihm nieder.* Benetzen wir Seine Füße mit unseren Tränen,* und rufen wir:* „Auf die Fürsprache Deiner Heiligen,* hab Erbarmen mit uns, o Retter!“

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Ewige Dreifaltigkeit,* unteilbare Einheit,* nimm meine Reue an und rette mich Sünder!* Verachte nicht das Werk Deiner Hände,* bewahre und errette mich* vor den Flammen des Gerichtes.
Jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Mutter Gottes, Du reine Königin,* Hoffnung aller, die zu dir eilen,* sicherer Hafen für die,* die aus den Stürmen kommen,* rufe durch dein Gebet * das Erbarmen deines Schöpfers und Sohnes auf mich herab.

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