Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (9/11)

7. Ode – Die sündhaften Könige

1. Ich habe mich verfehlt und gesündigt.* Ich habe Deine Weisungen mißachtet.* Als Sünder wurde ich geboren,* und dieser Wunde habe ich weitere hinzugefügt.* Doch hab Erbarmen mit mir* in Deiner Barmherzigkeit, Du Gott unserer Väter.
2. Dir, meinem Richter, habe ich das Geheimnis meines Herzens geöffnet.* Siehe meine Reue und meine Erniedrigung,* und mache Dir meine Sache zu eigen.* Hab Erbarmen mit mir* in Deiner Barmherzigkeit, Du Gott unserer Väter.
3. Saul war aufgebrochen,* um die Eselinnen seines Vaters zu suchen,* und er erfuhr da seine Berufung zum König.* Doch du hüte dich in deiner Unkenntnis,* die Herde deiner Leidenschaften dem Königreich Christi vorzuziehen.
4. David hat zweifach gesündigt,* er, der Vorfahre des Herrn.* Er ließ sich von der Neigung der Begierde hinreißen,* und machte anschließend Gebrauch vom Schwert des Mörders.* So trägst auch du schwer an der Last deiner Leidenschaften.
5. Einst beging David Sünde über Sünde.* Er brach die Ehe und mordete noch dazu.* Sofort aber büßte er doppelt*. Wenn du ohne Reue bist vor Gott,* ist deine Lage schlimmer als die seine.
6. David hat seine Reue in einem Psalm ausgedrückt* und öffentlich seine Taten bekannt.* „Gott des Alls, hab Erbarmen mit mir.* Gegen Dich allein habe ich gesündigt.* In Deiner Güte reinige mich!“
7. Als Usa die Rinder ausbrechen sah,* legte er die Hand auf die heilige Bundeslade und erregte dadurch den Zorn Gottes.* Ahme seine Kühnheit nicht nach,* sondern hab Ehrfurcht vor heiligen Dingen.
8. Du kennst die Geschichte Abschaloms und seiner Empörung.* Seine bösen Taten kennst du auch.* Ahme die Glut seiner Leidenschaft nicht nach.
9. Wie für David hat die Sünde deine Würde und Freiheit* zum Sklaven deiner Begierde gemacht.* Der Feind ist dir ein anderer Ahitofel,* ein Berater, der, wie einst David, auch dich verrät.* Aber Christus selbst hat ihn besiegt, um dich zu erretten.
10. Salomo, dieser bewundernswerte Mann,* reich an Gnade und Weisheit,* hat sich von Gott entfernt.* Folge nicht dem Beispiel seines Ungehorsams.
11. Dieser König liebte einst die Weisheit,* aber von seinen Leidenschaften mitgerissen,* liebte er auch die ausländischen Frauen.* Entferne dich nicht wie er von deinem Gott.
12. Ahme Rehabeam nicht nach,* der den Willen seines Vaters verachtete,* und auch nicht Jeroboam, den Abtrünnigen,* sondern rufe zum Herrn:* „Hab Erbarmen mit mir“.
13. Die Unreinheit ist der Weg des Ahab.* Wenn du auf diesen Weg geraten bist,* seufze und rufe zum Herrn.* Bekenne deine Schuld vor Ihm.
14. Elija ließ zweimal Feuer vom Himmel fallen,* das die Leute des Götzendieners Ahasja verzehrte,* nachdem er schon die Propheten Baals getötet hatte.* Sei auch du entschieden gegenüber allem,* was dich vom wahren Gott abwenden könnte.
15. Wenn der Himmel sich für dich verschließt* und der Hunger dich peinigt wie einst Ahab,* der der Prophezeiung des Elija keinen Glauben schenkte,* dann ahme die Witwe von Sarepta nach,* die den Propheten aufgenommen hat,* und stütze dich auf das Wort des Herrn.
16. Manasse hatte seine Sünden vermehrt.* Er hat sich seiner Leidenschaften gerühmt* und das getan, was dem Herrn mißfällt.* Du aber ahme seine Bekehrung und seine Zerknirschung nach.
17. Vor Dir, o Herr, falle ich nieder wie die Sünderin,* Tränen sind meine Worte.* Ich habe so viel gesündigt.* Doch hab Erbarmen mit mir und gedenke meiner in Deinem Reich.
18. Den Glanz meiner Ähnlichkeit mit Dir habe ich zerstšrt.* Dein Gesetz habe ich übertreten.* Meine Schönheit ist entschwunden.* Mein Licht ist erlöscht.* Herr, hab Erbarmen mit mir.* Mach mich wieder froh mit Deinem Heil.
19. Kehr um zum Herrn.* Eröffne Ihm deine geheimen Gedanken.* Sag zu ihm, der alles weiß:* „Du allein, mein Erlöser,* du weißt, was sich in der Tiefe meines Herzens verbirgt.* In Deiner großen Huld sei mir gnädig“.
20. Meine Tage sind verflogen wie ein Traum beim Erwachen.* Wie Hiskija weine ich auf meinem Lager* und bitte, daß mein Leben verlängert werde.* Aber welch anderer Jesaja wird zu mir kommen,* wenn nicht der Herr selbst?

Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
O Maria von Ägypten,* du hast die Hilfe der Allheiligen Mutter Gottes erfleht.* Sie hat dich deinen heftigen Leidenschaften entrissen* und dich in Schutz genommen vor den Angriffen des Bösen.* Bring mir Hilfe, wenn ich in meiner Bedrängnis zu Dir bete.
Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
Der Herr, nach dem du dich so sehr sehntest,* o Maria von Ägypten,* und dessen Spuren du gefolgt bist,* Er hat dich auf dem Weg der Umkehr geführt und gehalten.* Flehe ohne Unterlaß zu unserem mitfühlenden Gott,* damit Er uns aus jeder Gefahr errette.

Heiliger Andreas von Kreta, bitte für uns.
All ihr Heiligen Gottes, heiliger Andreas,* macht mein Herz auf dem Felsen des Glaubens fest* und rüstet mich mit Gottesfurcht aus.* Erlangt mir die Gnade der Reue* und schützt mich vor dem Bösen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Du eine, unteilbare, wesenseine Dreifaltigkeit,* ein Licht im dreifachen Glanz,* eine Quelle in dreifacher Heiligkeit,* ich besinge und verherrliche Dich,* Quelle des Lebens und Gott allen Seins.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Dir singen wir, o Mutter Gottes,* dich preisen wir, dich verehren wir,* denn die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit hast du geboren,* deinen Sohn und deinen Gott;* und den Himmel hast du uns hier auf Erden geöffnet.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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