Altomünster – platt gemacht vom Erzbistum und dem Vatikan

Es hat ein Ende. Gestern, am 25. April 2018 hat Claudia Schwarz, die mit allen möglichen rechtlichen Mitteln gegen das Erzbistum München klagte, die sie aus dem Kloster Altomünster werfen wollte, aufgegeben und das Kloster der Birgitinnen verlassen. Die letzte Instanz, der Vatikan, hat entschieden: das Kloster ist aufgelöst und in einem aufgelösten Kloster kann es keinen Ordensnachwuchs geben. Basta.

Filetstück für das Erzbistum München – Birgitinnenkloster Altomünster. Foto – https://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/Das-Birgittenkloster-in-Altomuenster-wird-aufgeloest-id36386752.html

Diese traurige Geschichte ist weithin bekannt, haben doch auch kirchenfeindliche Medien darüber berichtet. Immerhin hat in der vergangenen Woche jemand Stellung bezogen, der sicher mehr versteht als linke Medien. Kein Geringerer als Peter Seewald, der über Jahrzehnte bei Kardinal Ratzinger und Papst Benedikt XVI. ein und ausgegangen ist und mehrere Bücher mit ihm veröffentlicht hat, äußert sich enttäuscht, kritisch und klagend über den Vorgang. In seinem langen Aufsatz, erschienen am 20. April 2014 bei kath.net, schreibt er u. a.:

„Zugegeben, die Situation ist komplex. Es gibt immer den Grund hier und den Grund da, ein Kloster zu schließen. Die berühmten Sachzwänge. Juristische Formalitäten.“

Der Fall Altomünster schreit zum Himmel. Es ist eine Geschichte voller Einschüchterung, Diskriminierung, Schikane und Lügen. Dem Erzbistum München und Freising scheint jedes Mittel recht, ein Kloster zu egalisieren, das zu den Kronjuwelen des Landes zählt, ein spirituelles Kleinod und bedeutendes christliches Zentrum, das die Kultur und den Glauben Bayerns mit geprägt hat. Der Vorgang ist symptomatisch für den Kurs einer Kirchenbürokratie, bei dem nicht mehr der Tabernakel zählt, sondern die Vorgaben von McKinsey; bei dem Management-Kriterien und rein weltliche Nützlichkeit oberste Priorität gewinnen und das Verständnis für geistliches Leben und Denken mehr und mehr verloren geht.

„Millionen unserer Kirchensteuergelder werden in Projekte gesteckt, die mit katholischem Glauben so viel zu tun haben wie Rockefeller mit dem Pfandleihhaus. Gleichzeitig kehren jährlich rund 500.000 Menschen ihrer Kirche den Rücken. In den vergangenen Jahrzehnten traten zehn Millionen getaufte Christen aus ihrer Glaubensgemeinschaft aus. Das Austrittspotential für beide Volkskirchen wird auf weitere zwanzig Millionen geschätzt. Aber wo sind die Zeichen, wo ist das Gegensteuern? Wo ist noch „katholisch“ drin, wo „katholisch“ drauf steht? Die Einladung zum deutschen Katholikentag 2018 in Münster lockt mit folgendem Angebot: „Prominente hautnah, Kunstinstallation, Spaß haben, bummeln, Selfies, in die Luft springen“. Und als besonderes Schmankerl: „Wohnzimmerkonzert im Gotteshaus“. Ja, sie loben Papst Franziskus für seine Demut. Für seine Einfachheit, wenn er in einen Fiat Cinquecento steigt. Neu ist vielleicht, dass jener Kardinal, der die Wächter nach Altomünster sandte, vor Fernsehkameras gerne von Willkommenskultur spricht. Nicht willkommen aber sind offenbar jene, die nicht in ein Kloster wollen, um esoterischen Schnickschnack zu verkaufen, sondern die die Stille am Altar suchen, Kontemplation um Christi willen…

Lesen Sie den ganzen Artikel von Peter Seewald bei kath.net

+