Diakonenweihe

Aus einer katholischen Predigt:

Sein wesentliches Amt bezieht sich auf die heilige Eucharistie. Der Diakon bereitet beim levitierten Hochamt den Kelch mit dem Wein des Zelebranten vor und spricht mit diesem das folgende Aufopferungsgebet: „Wir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heiles… für unser und der ganzen Welt Heil.“ Und dieses erste Amt werdet ihr, liebe Weihkandidaten, die Ehre haben, manchmal in den folgenden Monaten auszuüben. Vielleicht werdet ihr auch die Freude haben, den einen oder anderen eurer Neffen zu taufen, „baptizare“, wie ich selber es vor 43 Jahren tun durfte. Vielleicht werdet ihr auch die besondere Gnade haben, die hl. Kommunion den Gläubigen auszuteilen mit der Erlaubnis des Distriktsoberen, um einem Priester in einer großen Pfarrei zur Seite zu stehen. Aber sicher werdet ihr predigen dürfen, in der Seminarkapelle oder in einer anderen unserer Kirchen.

Und hier müsst ihr in besonderer Weise die Tugend der Zuversicht, der Parresis in Griechisch, üben. Diese Zuversicht kommt nicht von eurer Persönlichkeit, sondern von eurem kirchlichen Amt des Diakons. Deshalb sollt ihr mit Demut und mit Ehrfurcht gegenüber den Gläubigen die Wahrheit verkünden, ich meine mit Zuversicht gegenüber der geoffenbarten Wahrheit selbst, wie es der Apostel Paulus den Korinthern schreibt: „Ich trat mit Schwachheit und Furcht und großer Zaghaftigkeit bei euch auf. Meine Rede und meine Predigt geschahen nicht in beredten Worten der [menschlichen] Weisheit, sondern im Erweise von Geist und Kraft.“ Und warum dieses? Der hl. Paulus gibt dafür den Grund an: „Euer Glauben sollte sich ja nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes Kraft“ (1 Kor 2,4-5).

Es ist die Kraft Eurer Verkündigung, welche eure Zuhörer überzeugt. Und ich würde sagen: Die Kraft ist die Kraft des Wahrheitswortes Gottes.

Aus der Predigt von Mgr. Tissier de Mallerais bei den Diakonatsweihen 2018 in Zaitzkofen.

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