Die enge Pforte

Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden!“. So steht es bei Matthäus (7.14). Und Lukas schreibt (13.24): „Bemühet euch mit aller Anstrengung durch die enge Pforte einzugehen, denn ich sage euch: Viele werden suchen einzugehen, und werden es nicht vermögen.

Ein Symbolbild für die „enge Pforte“ haben die Erbauer des Zisterzienserklosters „Santa Maria de Alcobaça“ geschaffen und uns Heutigen nach fast 900 Jahren als Ermahnung hinterlassen.

1153 wurde das Kloster der Heiligen Maria von Alcobaça von Zisterziensermönchen gegründet. Es befindet sich in einem Tal, etwa 90 KM von der portugiesischen Stadt Coimbra entfernt. Es handelte sich um eine königliche Stiftung und das Kloster wusste sich immer eng mit dem portugiesischen Königshaus verbunden. Aus politischen Gründen musste das Kloster 1833 aufgegeben werden.

In einer Wand des Refektoriums, des Speisesaals der Mönche, befindet sich eine Wandöffnung mit den Maßen 200×32 cm. Mit der Höhe von zwei Metern gibt es keine Schwierigkeiten für einen erwachsenen Mann, eine Tür- oder Wandöffnung zu durchschreiten. Eine Breite von 32 cm dagegen kann eine größere Herausforderung bilden für solche Mönche, die sich nicht der maßvollen Speise-Regel des heiligen Benedikt unterworfen haben und deren Leibesumfang nicht mehr an asketische Mönche erinnert. Irgendwann haben die Ordensoberen im Bewusstsein, dass es unmöglich sei, dass korpulente Mönche durch die „enge Pforte“ ins Himmelreich eingehen können, entschieden, dass jeder Mönch einmal im Monat durch diese Tür hindurchzugehen habe. Da dies nur möglich ist, wenn man nicht frontal, sondern seitlich hindurchgeht, wird es für korpulenter Mönche ein Problem geben und sie würden mit ihrem Bauch hängen bleiben. Jenen, denen es so ergangen ist, wurden auf eine solide Diät gesetzt und mussten abspecken, bis sie wieder durch Wandöffnung, oder die „enge Pforte“ passten.

Pinterest-Foto – https://i.pinimg.com/originals/8d/cf/2f/8dcf2f1400819289f9be517b5ea0303e.jpg

So ist jene „enge Pforte“ von „Santa Maria de Alcobaça“ ein wunderbares Bild für jene „enge Pforte“, die zum ewigen Leben führt. Denn nur wer sich bereitet hat, wird sie einst durchschreiten dürfen.

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In Portugal wird dieser Durchgang heute nicht nur „die schöne Tür“ genannt,
sondern auch: „a porta pega gordo“ etwa: „die Tür fängt Fett auf“.

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