Zum Tornado in Schwalmtal und Viersen

Am 16. Mai 2018 kam der Tornado – die Medien berichteten. Neben abgedeckten Häusern wurde hervorgehoben, dass kein Mensch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das stimmt in soweit, als sie nicht verletzt wurden.

Über die Schäden, die das Unwetter in der Natur hinterlassen hat, wurde eigentlich wenig berichtet. Zwar war zu erfahren, dass durch umgestürzte Bäume Straßen gesperrt seien, aber damit war es auch schon gut. Nun, die Zahl der umgestürzten Bäume habe ich nicht gezählt. Doch jeder, der die betroffene Gegend kennt, wird erstaund und erschrocken sein, wenn er auf der L3 zwischen Boisheim und Dilkrath einen ganzen Wald nicht mehr sieht, weil es diesen nicht mehr gibt. Die Heimatzeitung Rheinische Post schrieb, es handle sich um 1000 bis 2000 Bäume“, die nicht mehr stehen.

L3 zwischen Boisheim und Dilkrath. Foto: RP. Marco Bayer – https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/aufraeumarbeiten-nach-tornado-landstrasse-noch-ueber-eine-woche-unbefahrbar_aid-22703667

Burkhardt Gorissen macht in der katholischen TAGESPOST auf eine Tatsache aufmerksam, die den Zeitungsmachern, auch der näheren Heimat, verborgen geblieben ist, obwohl es sich um ein Stück Heimatkunde handelt. Außerdem wirft der Autor einen Blick auf die Hysterie, die in seinem, unseren, Heimatland zur „Klimakatastrophe“ führt.

Gorissen weist darauf hin, dass schon seit 127 Jahren – immer am 1. Juli – in einer kleinen Kapelle bei Boisheim, einem Ortsteil der Stadt Viersen, eine feierliche Messe zum Dank für Gottes Schutz bei einem ähnlichen Sturm gefeiert, wie er damals stattgefunden hat.

Man redet jetzt viel von der Klimakatastrophe. Insbesondere in den Internetforen. Verschwörungstheorien über Chemtrails grassieren. Antworten lassen sich schwer finden. Vor allem nicht, wenn sich die Erklärungsversuche wie eine Abraumhalde zwischen Sorglosigkeit und Angst auftürmen. In Deutschland gibt es im Durchschnitt 30 bis 60 Tornados pro Jahr. Manchmal hilft es auch, einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen. Die Zeitreise führt zum 1. Juli 1891, 17 Uhr. Derselbe Ort, zur selben Stunde. Der Chronist der „Kölnischen Zeitung“ notiert: „Nachdem bereits am Nachmittage mehrere heftige Gewitter niedergegangen waren, sah man etwa gegen halb 6 Uhr südlich der Süchtelner Höhen von Westen her ein neues Gewitter heranziehen. Graue Wolken, die wie ein langer Flor tief herunterhingen, zogen in rasender Eile nordöstlich, um dann plötzlich eine östliche Richtung anzunehmen. (…) Nur wenige Minuten, und die Windhose brauste auch schon heran, sodass es Ihrem Berichterstatter kaum noch möglich war, sich durch den Sturm hindurch ein schützendes Obdach zu erkämpfen. Der unheimlich gelb-graue Himmel, der in Strömen herniedersausende mit Hagelkörnern von der Größe eines Taubeneies gemischte Regen, das Brüllen des Sturmes, das Ächzen und Krachen der Bäume und Häuser – ein entsetzliches Schauspiel. (…) Viele vordem stattliche Bauernhöfe sind jetzt nur noch wüste Trümmerhaufen. (…) Gärten und Felder sind allenthalben verwüstet; eine Menge kostbarer Obstbäume, Pappeln und selbst starker Eichen liegen entwurzelt oder zersplittert am Boden.“

Ganzer Artikel in der TAGESPOST vom 21. Juni 2018

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