Neuer Generaloberer für die Petrusbruderschaft

Die Petrusbruderschaft hat einen neuen Generaloberen. Dies berichtet die Internetseite der Priesterbruderschaft St. Petrus:

Veröffentlicht 10 Juli 2018
Montag den 9. Juli, 2018, Priesterseminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe, Denton, USA

Das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), tagend vom 03.-18. Juli 2018 im Internationalen Priesterseminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe, Denton, USA, hat heute bei der Plenarsitzung P. Andrzej Komorowski als Generaloberen für sechs Jahre gewählt. Die päpstliche Kommission Ecclesia Dei wurde sofort informiert und hat inzwischen zur Wahl gratuliert.

Der im Jahr 1975 geborene polnische Pater Andrzej Komorowski trat 1999 nach seinem abgeschlossenen Wirtschaftsstudium in Posen (Polen) in das internationale Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad ein. Er wurde von Kardinal Jorge Medina Estévez im Juni 2006 zum Priester geweiht. Danach war er in verschiedenen Apostolaten der Petrusbruderschaft tätig, u.a. in Polen, Belgien und den Niederlanden. Durch das Generalkapitel 2012 wurde er zu einem der Assistenten des Generaloberen gewählt und übte seitdem das Amt des Generalökonomen aus. Gleichzeitig war er auch in der französischsprachigen Schweiz seelsorglich tätig.
Als Nachfolger von P. John Berg ist P. Komorowski der vierte Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus.

http://www.fssp.org/de/neuer-generalobere-fuer-die-bruderschaft/

+

 

Werbeanzeigen

Huldigung an Dom Gérard Calvet OSB – Le Barroux

Gérard Calvet OSB war der Gründer und erste Abt des Klosters Le Barroux (Vaucluse, Südfrankreich). Er wurde am 18. November 1927 in Bordeaux geboren. Er trat mit 22 Jahren bei den Olivetaner-Benediktiner in Madiran ein. Diese Abtei wurde 1952 nach Tournay verlegt, wo Gérard Calvet nach seiner feierlichen Profess, am 13. Mai 1956 die Priesterweihe empfing. Vom 1963 bis 1968 war er im Auftrag seines Klosters in Brasilien. Da Dom Gérard konsequent an der traditionellen Liturgie festhalten wollte verließ er sein Kloster Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Mit einer kleinen Gruppe von Mönchen begann 1978, da er noch in einem verlassen Klösterlein hauste, mit der Errichtung des neuen Klosters Le Barroux (Diözese Avignon). Im Jahre 1981 konnte das neue Kloster, das für eine große Zahl von Mönchen errichtet wurde, übersiedelten. Am 28. Februar 2008 starb Gérard Calvet in Le Barroux.

Sein Nachfolger im Amt des Abtes der Abtei Sainte Madeleine du, Dom Louis-Marie, verfasste für den aktuellen (Nr. 99) „Brief an die Freunde von Le Barroux“ einen Bericht zu einer Biographie über Dom Gérard Calvet. Anhand dieses Textes und meiner Unkenntnis der Französischen Sprache, erlaube ich mir den Wunsch zu äußern, dass das Buch bald in die deutsche Sprache übersetzt würde.

+

Dom Louis-Marie schreibt:

Vor zehn Jahren kehrte Dom Gerard, unser Gründer und erster Abt, zum Vater heim. Fast fünfzig Jahre des Kampfes hatten schließlich seine Kräfte und seine immense Großzügigkeit aufgebraucht. Wir sind glücklich, aus Anlass dieses Jahrestages seine Biografie (auf Französisch) veröffentlichen zu können, verfasst von dem namhaften Historiker und Freund unserer Gemeinschaft Yves Chiron. Ich möchte dem Autor von Herzen für seine schöne, solide Arbeit danken, die für die heutigen und die künftigen Mönche und Nonnen von Le Barroux und La Garde eine wertvolle Quelle und Orientierungshilfe sein wird. Es ist überaus wichtig, dass sie um die Wurzeln ihrer Gemeinschaften wissen, damit sie den Kurs beibehalten können. Dom Gerard hatte uns in einem Brief an die Freunde gemahnt:
Es ist nicht einfach, treu zu sein.

In dieser Biografie findet man exakte Belege, schlichte Fakten; bewundernswerte und hin und wieder auch recht erstaunliche Charaktereigenschaften. Jetzt, wo die mit Prüfungen erfüllte postkonzlliare Zeit hinter uns liegt und gewisse Punkte mühsam klargestellt wurden, wäre es unangebracht, bestimmte radikale Entscheidungen Dom Gerards pauschal zu verdammen oder in den Himmel zu loben. Denn jenseits des entsetzlichen Umfeldes, das mit dem Aggiornamento der Kirche und der angeblichen Öffnung zur Welt hin einherging, habe ich den Eindruck, dass Dom Gerard das Gespür für eine sehr viel schwerer wiegende Krise hatte: nämlich die Veränderung einer Gesellschaft, die, nach den Worten des heiligen Augustinus, sich in Richtung Barbarei „wälzt, fällt und stürzt“ und als massa damnata endet. In einem Brief an die Freunde aus dem Jahr 1981 schrieb Dom Gerard:
Wir wissen, dass das Christentum, diese Sphäre, in der Samen und Zeichen weitergegeben werden, in Zukunft nur noch in der sporadischen Form mehrerer Inseln oder Bastionen bestehen kann, überragt von Klöstern, die wie Finger zum Himmel erhoben sind.
Die Klöster sind dazu aufgerufen, in einer neuen Sintflut die Archen Noahs zu sein!

Wir sehen, wie diese Sintflut uns in zwei großen, tödlichen Wogen uns von zwei entgegengesetzten Seiten bedroht: Auf der einen Seite der totale Verlust jeglicher Transzendenz sowohl auf religiösem wie intellektuellem Gebiet, mit den Greueln der Abtreibungsindustrie, der leicht gemachten Scheidung, der Empfängnisverhütung, die sich tief in das sittliche Leben eingegraben haben; und der ganzen Immoralität, die mit Euthanasie und Babyhandel verbunden ist. Auf der anderen Seite die gewaltige Welle des fundamentalistischen Islam, der die Pseudo-Intellektuellen unserer Länder bereits zu Dhimmis reduziert hat.

Bei der Lektüre dieser Biographie wird miterlebt, wie Dom Gerard wie ein Löwe insbesondere gegen die Diktatur des Liberalismus und die große Sünde der Gottlosigkeit, die aus der Vergangenheit eine tabula rasa machen will, gekämpft hat. Doch bestand sein Werk vor allem darin, der heranwachsenden Jugend eine Zukunft vorzubereiten. Lassen wir ihn noch einmal selbst zu Wort kommen:
Unser Aufruf an euch spannt zwischen euch und uns ein Netz, eng geknüpft aus Nächstenliebe und gegenseitiger Unterstützung, von dem nicht nur wir profitieren, denn im nächsten Sommer kommen eure Kinder, die wir willkommen heißen werden, auf dass sie um das Kloster herum ihre Zelte aufschlagen. Was suchen sie? Sie suchen das Schweigen und die Andacht, um die starken Worte vernehmen zu können, die dem Leben einen Sinn geben; und um im Licht einer herrlichen Liturgie die Geheimnisse des christlichen Gebets neu zu lernen.
Für Dom Gerard ist Zukunft nur möglich, wenn sie in einer tiefen Verwurzelung gründet.

+

+