Trappistin Sr. M. Justina Lumcer +

„Wenn wir so in Geduld an den Leiden Christi Anteil haben,
dann dürfen wir auch mit ihm sein Reich erben.“
(Regel des hl. Benedikt, Prol. 50)

Während am Mittwoch, den 8. August 2018 ihre Mitschwestern in der Abteikirche von Maria Frieden die Komplet sangen, ist Sr. M. Justina Lumcer OCSO zu dem heim gerufen worden, der sie einst in die Trappistinnenabtei Maria Frieden geführt hat.

Über Sr. Justinas Leben könnte man mehr als ein Buch schreiben. Sie war ein ganz besonderer Mensch und gleichsam immer wie von einem Geheimnis umgeben. Sie war eine geborene Tschechin, Ärztin, Ehefrau, Witwe, Trappistin – und langjährige Alzheimerpatientin.

„Geboren am 22.5.1942 in der damaligen Tschechoslowakei wuchs sie als Einzelkind im Kommunismus auf, studierte in Prag Medizin, promovierte, wurde Fachärztin in einer Lungenklinik auf 1000m Höhe. Zeitlebens liebte sie die Hohe Tatra und war eine echte Bergsteigerin. Sie heiratete einen Ingenieur und Bergsteiger, und beide beschlossen eine Flucht über die eigentlich unüberwindbare Grenze. Die Flucht gelang, sie wanderten aus nach Nordamerika, wo sie aber auch nicht fanden, was sie suchten: eine gute Arbeitsstelle und Heimat als Christen. Leider machten sie viele negative Erfahrungen, aber es gab auch Momente der Dankbarkeit. Justinas Mann Edmund erkrankte schwer, so dass sie nach Deutschland auswanderten, wo Justina eine bessere Chance hatte, den Unterhalt für beide zu verdienen. Sie wurde Oberärztin in Würzburg. Nachdem ihr Mann gestorben war, versuchte sie sich neu zu orientieren. Im tiefsten Herzen zog es sie ins Kloster. So klopfte sie an der Pforte von Maria Frieden an. Der Eintritt wurde ihr nicht leicht gemacht. Doch sie hielt stand. Das war am 26.2.1978. Und schon wenige Jahre nach ihrer Feierlichen Profess 1984 wurde sie zur Superiorin ad nutum ernannt, drei Jahre später zur Äbtissin gewählt. Nach ihrer regulären Amtszeit von 6 Jahren wurde sie eine Amtsperiode später nochmals zur Äbtissin gewählt. Gegen Ende dieser 2. Amtszeit machten sich die Symptome einer Alzheimer-Erkrankung bemerkbar. Als Ärztin war ihr klar, was da auf sie zukam. Solange sie noch dazu fähig war, opferte sie diese Krankheit bewusst Gott auf und begab sich ohne Abstriche ganz in Seine Hände. Mehr als ein Jahrzehnt dauerte ihr Leidensweg. Sie machte alle Stadien der Krankheit durch, und das war nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Kommunität eine große Herausforderung. Es fand sich, dass Sr. Sabine zu ihrer ständigen Begleiterin und Fürsorgerin wurde. Auf diese Weise war es möglich, sie bis zum Schluss bei uns zu behalten. Sr. Justina blieb treu bis zum Ende und hatte sicher einen hohen Grad der Gottesvereinigung erreicht mit einer sehr reinen Seele. Möge sie nun in der Herrlichkeit des Himmels die Freude der Erlösten verkosten.“

Sr. Justina möge ruhen in Frieden!

Beten auch SIE eine Ave für die Seele der Verstorbenen Trappistin!

Die Beerdigung mit Requiem findet statt in Maria Frieden am
Samstag, dem 11. 8. 2018 um 10 Uhr.

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Eine Woche mit Bruder Rafael – Über die Demut (4/7)

Das ist die Torheit Christi …
Mit fest auf Jesus gerichtetem Blick denken sie nicht einmal mehr ans Essen. Sie fürchten weder Kälte noch demütigende Armut. Die Liebe zu ihren Eltern und Geschwistern hält die liebenden Verehrer Jesu nicht auf …
Gott allein! … Nur Er! …
Das ist der einzige Gedanke, der sie beherrscht …
Es ist das Wunder, das die Torheit der Liebe bewirkt.
Die Welt und ihre Bewohner vergehen. Die Menschen denken weiterhin an die Zukunft ihrer Besitztümer, an ihre Geschäfte,
an ihre Krankheiten. Sie klammern sich an die Erde, auf der sie Ruhe suchen. Sie leiden, wenn sie diese Ruhe nicht finden,
und weinen, wenn sie sie verlassen müssen … In Wirklichkeit sind sie die Törichten, obwohl die Welt unter Torheit versteht,
wenn jemand die Armut, die Verachtung, die Krankheit und das Kreuz liebt.
Wie soll die Welt auch – so klug, so weise, so voll im Recht – einen derartigen Unsinn begreifen? Ich mache nicht den Versuch,
mich mit ihr auseinanderzusetzen; es bringt nichts, und es ist unnötig.

Geistliche Übungen mit Bruder Rafael

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