Wirklich PRIESTER SEIN!

Am vergangenen Sonntag wurde bei CNAdeutsch ein sehr schöner Text über einen Priester veröffentlicht. Was ich las, erinnerte mich an jenen Priester, den ich erst vor weniger als einem Jahr kennenlernen durfte. Damals erhielt dieser Priester die Möglichkeit tridentinisch zu zelebrieren. Bisher feierte er ausschließlich die Messe des „ordentlichen Ritus“; und er feierte sie auch ordentlich, nämlich so, wie es in den liturgischen Büchern vorgesehen ist.

Bald darauf kam er erstmals zur tridentinischen Messe – als Zelebrant. Obgleich noch allerlei kleine Fehler vorkamen, so war für die Gläubigen erkennbar, mit welcher Freude, Dankbarkeit, Aufmerksamkeit und Frömmigkeit er diese heilige Messe, die man den heutzutage den „außerordentlichen Ritus“ nennt, zelebrierte. Von mal zu mal wurde es besser, wurde er immer sicherer und nach einigen Monaten konnte er auch schon ein Amt singen.

Dieser Priester kommt von weit her. Er hat einen Anfahrtsweg von über einhundert Kilometer. Bisher ist er immer pünktlich gekommen, sogar zeitig. Er setzte sich von Anfang an in den Beichtstuhl und siehe, es kamen Gläubige um zu beichten, immer mehr. Schon bald musste deswegen die Heilige Messe zeitverzögert etwas später beginnen. Selbst nach der Messe wurde er schon oft gebeten noch einmal in den Beichtstuhl zu gehen. Deswegen kommt dieser Priester an manchen Tagen erst sehr spät wieder nach Hause, denn er muss zuletzt auch noch die über einhundert Kilometer mit dem Auto zurückfahren.

Aber unser Priester kommt! Er kommt regelmäßig an einem Abend in der Woche, um die Heilige Messe zu zelebrieren und um die Beichten zu hören. Längst hat er auch die Möglichkeit geschaffen, vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu beten. So wird jetzt immer eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der Hl. Messe feierlich das Allerheiligste auf dem Hochaltar ausgesetzt und unmittelbar vor der Messe, nach dem sakramentalen Segen, wieder eingeholt.

Für die kleine Gemeinde ist dies alles ein Segen; ist dieser Priester ein Segen. Dies spricht sich herum. In den vergangenen Wochen kommen immer mehr Menschen hinzu: zur Anbetung, zur Beichte, zur Heiligen Messe.

Wenn Priester als Priester wirken, werden sie zum Segen!
Wir sind für diesen, unseren Priester, sehr dankbar… und wir beten für ihn!

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Artikel bei CNAdeutsch, überschrieben mit:

Der Tag, an dem ich wütend zur Heiligen Messe ging:
Das Zeugnis eines Priesters

An diesem Sonntag bin ich sehr vergnügt aufgestanden, um in der Pfarrei die Heilige Messe zu feiern. Ich bin praktisch aus dem Bett gesprungen, um mich fertig zu machen und früh zu meiner Verabredung mit dem Herrn und seinem Volk zu kommen. Die Eucharistiefeier war sehr schön und am Ende fragten mich einige Frauen: „Herr Pater, könnten wir noch beichten?“ Es waren nur drei und ich akzeptierte… aber dann kamen immer mehr und mehr, ohne jetzt zu sagen, wie viel es genau waren, damit sie nicht glauben, ich übertreibe. Aber ich saß drei Stunden im Beichtstuhl, mit Hunger, Durst und dem Wunsch, zu gehen, und ein bisschen auszuruhen.

Am Ende war ich glücklich auf dem Rückweg ins Seminar, da kam mir unterwegs eine Frau entgegen, die mich fragte: „Sie sind Priester, nicht? Mein Vater ist gestern gestorben und er wird heute beerdigt, aber ich habe keinen Priester finden können.“ Innerlich dachte ich: „Herr, wenn du willst, dass ich heute in deinem Namen arbeite, dann bitte ich dich nur, dass mein Magen Ruhe gibt.“

Ich feierte die Heilige Messe für Herrn Carlos – er möge in Frieden ruhen – und entschloss mich, ein Taxi nach Hause zu nehmen, zu frühstücken und mich ein wenig auszuruhen…. auch wenn es scheint, zwei Messen zu feiern und drei Stunden mit leerem Magen Beichten zu hören wäre nicht ermüdend; aber es ist nicht so leicht, wie es sich anhört. Also bereitete ich mich schnell und mit der Begeisterung eines Kindes darauf vor, mein Sandwich zu essen… und wie in Zeitlupe kam ein Bruder auf mich zu und sagte: „Sie suchen dich schon, der Pfarrer ist krank geworden und es ist niemand da, der die Heilige Messe um 13.00 Uhr feiert…“ Plötzlich brach meine menschliche Schwäche durch und ich wandte mich mit einem Vorwurf an Gott: „Aber Herr, du siehst doch, dass ich noch nicht gefrühstückt habe… Ich gehe gern später, aber lass mir ein bisschen Zeit… oder am Besten schicke einen anderen Priester.“

Ich werde nie aufhören, mich zu wundern, wie Gott ist, denn nachdem ich aufgehört hatte, mich zu beschweren, hörte ich deutlich, wie er mir sagte: „Am Tag deiner Priesterweihe hast du mir gesagt, dass du dich ganz mir und meinem Volk weihen wirst… geh zu dieser Heiligen Messe, ich habe eine Überraschung für dich.“

Ich biss schnell in mein Sandwich und ging zur Messe – wütend, ehrlich gesagt. Ich ging mehr aus Pflicht als gerne.

Aber sobald ich die Sakristei betrat und mich umzog, ließ meine Wut nach. Ein Ehepaar kam zu mir und sagte: „Pater, unsere Tochter hat vor einem Monat versucht, sich das Leben zu nehmen. Wir haben es geschafft, dass sie mit zur Messe kommt. Bitte nehmen sie sie in ihr Gebet mit auf.“ Das war also die Überraschung. Gott hat mich zu dieser Heiligen Messe geschickt, auch damit ich zu dieser Tochter spreche, die es so sehr brauchte. Wenn du Priester bist, dann merkst du, dass es keine Zufälle gibt. Gott selbst schickt uns auf den Weg. Es war wunderbar, denn das Evangelium dieses Tages war genau richtig für das Mädchen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“.

Ich ging zum Altar, überzeugt, dass Gott es war, der mich hierhin gestellt hatte; bevor ich begann, bat ich vor dem Allerheiligsten, dass Er selbst spreche, nicht ich. Und ich erinnerte ihn daran, dass ich Hunger hatte und war ein wenig sauer… Die Zelebration war gesegnet, ich bin sicher, dass Jesus selbst sie geleitet hat; ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ich bin nicht besonders gut darin, Ideen zu verknüpfen, aber die Predigt an diesem Tag kam von Gott selbst. Bis heute kann ich mir nicht erklären, was passiert ist. Die Worte Jesu waren Trost, Liebkosung, Kraft, Mut…

Am Ende der Heiligen Messe kam das Ehepaar erneut zu mir, diesmal mit der Tochter. Sie weinte und umarmte mich: „Pater, ich habe all das gebraucht, was sie gesagt haben. Ich brauche die Hilfe Gottes so sehr. Ich habe mich weit von ihm entfernt. Jetzt will ich nur noch vor ihm stehen und ihn bitten, dass er mich liebt und mir hilft, weiterzumachen…“ Als das Mädchen mich umarmte, hörte ich Gott flüstern: „Ich habe dich für diese Eucharistiefeier gebraucht; deshalb habe ich dafür gesorgt, dass du hierher kommst. Sie hätte es ohne dich nicht geschafft.“

Jesus begeistert mich. Wie er sich etwas ausdenkt, um dort hinzukommen, wo er gebraucht wird. Die Jugendliche, die sich umbringen wollte, ist jetzt die Pünktlichste bei der Heiligen Messe um 13.00 Uhr. Gott hat ihr Leben verändert. Und seit diesem Tag denke ich jedes Mal, wenn ich müde oder wegen dem Übermaß an Arbeit verärgert bin: „Geh, gib, feiere diese Heilige Messe als wäre es deine erste und letzte. Gott braucht dich.“ Und es scheint, als würde Gott mir antworten: Nur ruhig, geh, ich werde an deiner Stelle zelebrieren. Leihe mir nur deine Hände und deinen Mund…“.

Ich bitte Sie um ein besonderes Gebet für den Pfarrer ihrer Pfarrei. Sicher wird auch er das ein oder andere Mal verärgert und ohne Frühstück zur Heiligen Messe gehen…

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Quelle – CNAdeutsch

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