Liebe zur Kirche! – Vertrauen zum Papst?

Besonders in der Nachkonzilszeit wurde oft das Wort gebraucht „Jesus JA, Kirche NEIN“. Diesem weithin gebrauchten Slogan habe ich mich nie angeschlossen. Jesus und Kirche gehören zusammen. Jesus ist der Stifter seiner Kirche und diese ist die römisch-katholische Kirche. Weil dies so ist, habe ich mich auch nie von dem „Bischof von Rom, dem Nachfolger des hl. Petrus und Haupt des Kollegiums“ (KKK 873) distanziert. Das Pontifikat von Papst Franziskus hat meine Auffassung und meinen kindlichen Glauben gewaltig erschüttert. Nicht mehr ist Rom, der Papst, die letzte Instanz, der ich bedingungslos vertraue und glaube. „Wer bin ist, dass ich urteile“ oder „dazu sage ich nichts, jeder kann sich dazu etwas denken“ – solche dahingesagten Worte sind einem Papst nicht würdig. So wie er mit allen, mit denen er reden will, redet und mit jenen, die mit ihm reden wollen, nicht redet, so akzeptiert er diejenigen, die er mag und verurteilt schließlich doch die anderen, die er nicht mag. Ausgrenzung und unbedingte Gehorsamsforderung gehen Hand in Hand. In Papst Franziskus haben die Kardinäle im Konklave keinen milden und gütigen Papst gewählt, wie er sich offenbar gerne sieht, sondern einen autoritären und Unterwürfigkeit heischenden Papst.

Dankbar habe ich den „offenen Brief“ von Felix Honekamp gelesen, den er in seinem „PAPSTTREUERBLOG“ an seine Leserschaft geschrieben hat. Da auch in diesem Blog „Tu Domine“ (https://tudomine.wordpress.com/2018/08/26/der-diktatorpapst-aktuell-buchempfehlung/ ) unfeine und z. T. beleidigende persönliche Kommentare abgeladen wurden, veröffentliche ich an dieser Stelle den offenen Brief von Herrn Honekamp. Wer mir nicht abnehmen möchte, dass ich den Papst anerkenne und unter im leide, gleichzeitig aber das Papsttum liebe, der lese Felix Honerkamp’s Brief; etwa mit diesem Satz, den ich unbedingt bejahe:

„Ich habe keinen Zweifel an der Kirche, ich habe keinen Zweifel an ihrer Heiligkeit, ich habe keinen Zweifel an ihrer Lehre. Ich habe auch keinen Zweifel, dass nicht nur die meisten, sondern fast alle ihrer Hirten sich als solche erweisen und sich vielleicht in den kommenden Wochen noch besonders als solche erweisen werden. Es gibt für mich darum keinen Grund – auch das fragen sich manche in diesen Tagen – dieser Kirche den Rücken zuzukehren. Aber ich sehe, dass es in der Kirche getarnte Wölfe gibt, die sich erfolgreich als Hirten ausgegeben haben. Ich sehe, dass diese Wölfe Unterstützer haben – die sie entweder direkt fördern oder durch ihr Schweigen dazu beitragen, dass diese Wölfe weiter die Schafe der Kirche reißen und die Kirche mit deren Leid beschmutzen. Und ich befürchte – nicht: ich weiß –, dass zu Letzteren auch der Papst gehört. Und so lange er sich so verhält, wie er es derzeit tut, habe ich nicht die Energie, den Willen und das Gewissen, ihn zu verteidigen.“

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Der offene Brief von Felix Honekamp auf PAPSTTREUERBLOG:

Liebe Leserinnen und Leser des PAPSTTREUENBLOGs,

statt eines üblichen Blogbeitrags schreibe ich heute so etwas wie einen Offenen Brief an Sie. Der Hintergrund ist einerseits der neuerliche Missbrauchsskandal in den USA; hierzu hatte ich in meinen jüngsten Beiträgen mehrfach etwas geschrieben. Genauso wesentlich wie die erschreckenden Taten selbst sind aber die dabei zutage getretenen Hintergründe zu – man muss es wohl so nennen – konzertierten Vertuschungen und bewussten Unterstützungen und Förderungen von Beteiligten. Wenn auch hier auf dem Blog kommentiert wird, dass man sich Gedanken darüber machen muss, was mit der katholischen Kirche eigentlich von der (weltlichen) Basis her nicht stimmt, dann kann ich dem nicht widersprechen.

Ich kenne zu viele wunderbare Priester, als dass ich glauben könnte, dass die Kirche an sich nicht mehr die Kirche Jesu Christi sein könnte. Gerade erst am Wochenende war ich Teilnehmer eines Ehetags, bei dem ein Priester der krisengestählten Legionäre Christie wunderbare Worte zu Liebe, Ehe, Elternschaft und auch zur Berufung zu Ehe oder eben Priesterschaft fand. Ich kann auch jedem Priester nur vor den Kopf gucken, aber mir fehlt die Phantasie, dass es sich bei ihnen um – wie amerikanische Medien es zwischenzeitlich nennen – „predator priests“ (Raubtier-Priester) handeln könnte. Andererseits: Das haben wohl die meisten Gläubigen und Schützlinge auch über Täter-Priester und ihre Unterstützer gedacht. Der Teufel leistet derzeit Überstunden, in denen er nicht nur die verständliche Wut auf die Täter am Kochen hält sondern auch den Zweifel an Priestern und der Kirche als Ganzes säht.

Und in dieser Situation gerät Papst Franziskus in den Fokus: Was hat er über Kardinal McCarrick bereits frühzeitig gewusst? Hat er ihn tatsächlich von den von Papst Benedikt ausgesprochenen Beschränkungen befreit und ihn und weitere Täter gefördert? Gegen besseres Wissen? Wer in diesen Tagen die Berichterstattung auf kath.net liest – eine Seite die sich trotz gegenteiliger Kommentare der Leserschaft in der Vergangenheit oft hinter Papst Franziskus gestellt hat, und der ich darum das eigene Ringen um die Wahrheit in dieser Sache abnehme – kann den Eindruck gewinnen, dass auch Franziskus in dieser Sache kein reines Gewissen hat. Zu diesem Schluss tragen auch Reaktionen des Papstes bei, die man nur als „pampig“ bezeichnen kann, wenn er Kommentare zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen ablehnt: „Ich werde kein einziges Wort dazu sagen!“ ist eine Antwort, die dem Amt, vor allem mit Blick auf den dramatischen Hintergrund, unwürdig ist.

Sagen wir es mal – unter uns – ganz offen: Papst Franziskus hat zu vielen Themen eine Meinung, oft sind das Meinungen, an denen ich mich reiben muss, und nimmt viele Möglichkeiten wahr, diese auch zu verbreiten. Gerade eben hat er Eltern vorgeschlagen, ihre Kinder in eine Therapie beim Psychiater zu schicken, wenn sie homosexuelle Tendenzen zeigten (siehe hier der kurze Bericht auf kath.net) – eine Aussage, die ich in ihrer Pauschalität bei aller Kenntnis der Bewertung der Homosexualität und bei aller Kritik an entsprechenden Lobby-Gruppen nur ablehnen kann. Man kann an dieser Aussage auch viel interpretieren, aber es wird klar, dass der Papst keine Hemmungen hat, sich zu jedem nur erdenklichen Thema zu äußern, mehr oder weniger qualifiziert.

Und dieser Papst ist nicht in der Lage, die rechten Worte im Angesicht des Missbrauchsskandals und der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu finden? Dieser Papst weigert sich, sich dazu zu äußern und reagiert aggressiv-pampig auf Nachfragen der Journalisten?

Liebe Leserinnen und Leser, ich habe kürzlich bei Facebook geschrieben, dass ich den gegen Franziskus vorgebrachten Anschuldigungen nicht glauben will … dass es aber gerade dieses „nicht glauben wollen“ ist, das einen Missbrauchsskandal wie den in den USA in seinen Dimensionen erst möglich macht. Klerikalismus, wie ihn der Papst verurteilt – auch ein Begriff, der viele Interpretationen zulässt – zeigt sich auch darin, in einem Papst einen Heiligen sehen zu wollen (!), der über alle Zweifel erhaben ist. Diesem Klerikalismus will und kann ich nicht anhängen: Ich habe Zweifel am Papst, an seinen Aussagen, an seiner Rechtschaffenheit. Ich habe Zweifel an seinem guten Willen, die Kirche als Ganzes durch die Zeit zu führen ohne eine eigene Agenda zu verfolgen.

Ich bin der Meinung, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, das wissen sollten, die Sie diesem Blog freundschaftlich und oft auch vertrauensvoll verbunden sind:

Ich habe keinen Zweifel an der Kirche, ich habe keinen Zweifel an ihrer Heiligkeit, ich habe keinen Zweifel an ihrer Lehre. Ich habe auch keinen Zweifel, dass nicht nur die meisten, sondern fast alle ihrer Hirten sich als solche erweisen und sich vielleicht in den kommenden Wochen noch besonders als solche erweisen werden. Es gibt für mich darum keinen Grund – auch das fragen sich manche in diesen Tagen – dieser Kirche den Rücken zuzukehren. Aber ich sehe, dass es in der Kirche getarnte Wölfe gibt, die sich erfolgreich als Hirten ausgegeben haben. Ich sehe, dass diese Wölfe Unterstützer haben – die sie entweder direkt fördern oder durch ihr Schweigen dazu beitragen, dass diese Wölfe weiter die Schafe der Kirche reißen und die Kirche mit deren Leid beschmutzen. Und ich befürchte – nicht: ich weiß –, dass zu Letzteren auch der Papst gehört. Und so lange er sich so verhält, wie er es derzeit tut, habe ich nicht die Energie, den Willen und das Gewissen, ihn zu verteidigen.

Ich hoffe und bete, dass ich mit alldem falsch liege und ich in ein paar Wochen Abbitte leisten muss. Ich schreibe diesen offenen Brief auch nicht, um den Papst anzuklagen (obwohl sich die eine oder andere Stelle so lesen mag), sondern um Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, deutlich zu machen, wo ich stehe, was mich umtreibt und wie Sie meine Beiträge in Zukunft interpretieren können. Vielleicht wird sich der eine oder andere abwenden, wenn der PAPSTTREUE sich plötzlich als nicht mehr ganz so papsttreu erweist. Vor der Papsttreue (den Begriff habe ich zu Beginn meiner Bloggerei als Antwort auf die immer wieder erhobene Kritik an Papst Benedikt XVI. gewählt) kommt aber die Kirchentreue, die mit der Treue zu Christus einhergeht. Ihm treu zu sein erweist sich oft als schwierig – ich bin alles andere als ein Heiliger. Aber trotzdem gilt ihm meine Liebe und meine Loyalität, nicht einer menschlichen Person, die ihn vertreten soll.

Beten wir gemeinsam für die Kirche, für den Papst, für die Priester, in diesen Tagen vor allem für die Opfer der Täter-Priester, aber auch für uns, dass der Heilige Geist uns alle durch diese Stürme näher zu Christus führen wird.

Gottes Segen für Sie und für uns alle,

Ihr Felix Honekamp

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Ein Kommentar zu „Liebe zur Kirche! – Vertrauen zum Papst?

  1. Das aktuelle Pontifikat ist deshalb „ein Kreuz“ für die Kirche, weil es zum einen gerade „papsttreue“ Katholiken spaltet, die einen sehen ihn als Papst, andere seinen Vorgänger und sind einander spinnefeind – mit dem Tod von Benedikt müßten letztere folgerichtig Sedisvakantisten werden. Zum anderen ist in ihm wohl das meiste lediglich auf den oberflächlichen Effekt ausgerichtet, dies fängt bei der Namenswahl an, geht mit der Wahl des „bescheidenen“ Gästehauses weiter und hört mit denen penetranten Lobpreisungen seiner Bescheidenheit durch Claqueure nicht auf. Was mir auffällt, ist vor allem seine intellektuelle Bescheidenheit, dies mag aber natürlich auch stark durch den Vergleich mit seinem direkten Vorgänger bedingt sein.

    Der derzeitige Pontifex hat seine Verehrer dem Vernehmen nach vor allem in nicht-kirchlichen Kreisen, je weiter diese von der Kirche entfernt sind, desto heller strahlt sein Stern bei Ihnen. Der Papst sieht sich anscheinend als eine Art „globale linke Marke“ und „Freund der Armen“, bereits kursieren T-Shirts á la Ché. Weder Dogmatik noch Kirchenrecht scheinen seine Domäne zu sein, fundierte theologische Kenntnisse blitzten bisher nicht auf – von Tiefgang zu schweigen – sein Auftreten erinnert eher an einen seicht dahinplappernden Dorfpfarrer, der halt zu allem seine Meinung hat, ob er gerade etwas vom Thema versteht oder nicht. Der Umgang mit den „dubia“ geriet spätestens mit dem Abstreiten der Übergabe zur Schmierenkomödie, seine teilweise in Grimassen übergehende, übertriebene Mimik läßt (zumindest bei Europäern) oftmals den Gedanken aufkommen, dass man von ihm gerade veralbert wird.

    Ein Teil der Herde wird von ihm als Hirten recht rüde angegangen, auch scheint er es regelrecht darauf anzulegen, die Herde zu verwirren und zu zerstreuen, anstatt sie zu sammeln. Bis zum Vorliegen unumstößlicher gegenteiliger Beweise gehe ich für meinen Teil jedoch davon aus, dass er lediglich den geistigen und geistlichen Anforderungen seines Amtes nicht gerecht zu werden vermag, da er intellektuell völlig überfordert ist.
    Im Hinterkopf habe ich bei all seinen skurrilen Eskapaden und irrwitzigen Vergleichen zudem die damaligen Presseberichte über einen Hirntumor (https://www.welt.de/vermischtes/article147866928/Spekulationen-um-Erkrankung-von-Papst-Franziskus.html), welche aber schnell zum Verstummen gebracht wurden.

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