Das Ende für Kloster Mariawald und für die Trappisten

Am kommenden Samstag den 15. September 2018 werden im Kloster Mariawald der vom Präfekten der „Kongregation für die Institute geweihten Lebens“ João Kardinal Bráz de Aviz beauftragte „Apostolische Kommissar“ Dom Bernardus Peeters (Abt der Trappistenabtei Koningshoeven, Tilburg, NL, sowie Weihbischof Karl Borsch als Vertreter des Aachener Diözesanbischofs Dr. Helmut Dieser, offiziell die Trappistenmönche entlassen und das Kloster schließen. Damit ist die Römischen Anweisung vollzogen, deren Sinnen daran bestand, wieder ein Kloster zu schließen, welches das Angebot von Papst Benedikt XVI. ergriffen hat und die liturgischen Riten einführte, die im „Motu Proprio“ „Summorum Pontificum“ geregelt wurden.

Dem Orden der Trappisten (Zisterzienser von der strengeren Observanz – OCSO) ist zugute zu halten, dass er nicht die letztendliche Entscheidung getroffen hat. Vielmehr hat der beim Generalkapitel 2017 entschieden, aufgrund der internen Situation, die u. a. durch die Altersstruktur bedingt war, Mariawald vom Orden auszugliedern, dem Kloster aber dennoch einige Jahre zugesprochen, um sich zu konsolidieren, damit es wieder in der Kreis der Klöster des Ordens aufgenommen werden könne. Diese interne Regelung wurde seitens Rom nicht akzeptiert. Kardinal Bráz de Aviz, der bereits für die Zerschlagung des blühenden Ordens der „Franziskaner der Immaculata“ verantwortlich war, hat die Schließung Mariawalds und die „Vertreibung der Mönche“ angeordnet.

So ist es nicht verwunderlich, dass an „Sieben Schmerzen Mariens“, dem Patrozinium von Mariawald, die Vertreter der Kirche einer „Jahrhunderte lange Präsenz“ danken wollen; – wobei der Trappistenorden, der ein Reformorden der Zisterzienserordens ist „erst“ seit 1860 Mönche nach Mariawald geschickt hat.

Diese Trappisten kamen damals aus Oelenberg im Elsaß. Seither ist der Abt von Oelenberg (= Mutterabtei) der Pater Immediat (Vater-Abt, direkter kirchlicher Oberer) für Mariawald. So könnte man verstehen, dass der Abt dieses Gründungsklosters Dom Dominique-Marie Schoch auch anwesend sein wird. Doch weder er noch seine unmittelbaren Vorgänger haben sich wirklich für Mariawald eingesetzt; ja man kann sagen, Dom Dominique-Marie hat sich nicht wie ein Vater zu seiner Tochter verhalten.

Dieses und anderes mag manchen recht heuchlerisch erscheinen. So ist es auch verwunderlich, wenn zwei ehemalige Mariawalder Äbte zu dieser Veranstaltung erscheinen, die in ihrer über zwölfjährigen Amtszeit kaum etwas für Mariawald erreicht haben. Unter Dom Francois de Place (1993–1999) als auch unter dem Abbatiat von Dom Bruno Gooskens (1999–2005) ist beispielsweise nicht ein einziger Novize zu einer feierlichen Profess gelangt und für immer im Kloster geblieben.

Bei aller Trauer und Klage über die vergangenen Jahre und über das kommende Ereignis am 15. September 2018 sollte aber etwas anderes in den Vordergrund gerückt werden. Kloster Mariawald wurde in den vergangenen Jahrhunderten schon mehrmals aufgehoben und die Mönche vertrieben. Freilich noch nie von der kirchlichen Obrigkeit. Aber immer wieder kamen die Mönche zurück in ihr klösterliches Kleinod Mariawald. Die „Schmerzhafte Muttergottes von Mariawald“ soll und wird auch diesmal für ein gutes Ende sorgen, der so Gott will, eines Tages die Trappisten wieder zurück nach Mariawald führt. Ebenso beten und hoffen viele, dass zu gegebener Zeit auch die liturgischen Traditionen der Kirche, so wie sie durch Jahrhunderte überliefert wurden, wieder gelten und in Mariawald gefeiert werden können.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ihr, die ihr alles verlassen habt
und mir nachgefolgt seid,
werdet hundertfach empfangen
und das ewige Leben besitzen.
(Mt 19,28,29; Communio eines Bekenners)

Frost über der Trappisten-Abtei-Mariawald – Foto https://www.youtube.com/watch?v=gKtIJJTCThI

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2 Kommentare zu „Das Ende für Kloster Mariawald und für die Trappisten

    1. Die Mönche wurden aufgefordert, sich etwas anderes zu suchen. Einige sind nun in versch. Klöstern, andere, insbes. die Älteren bzw. Pflegebedürftigen in entsprechenden Einrichtungen in der Nähe, oder sind „privat“ untergekommen..

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