Der Weg in die Höhe

Die Flucht, den Stolz und die Selbstüberhebung zu bekämpfen, besagt nicht, dass man eine natürliche Freude an den äußeren Dingen der Welt verachten soll. Die Sünde liegt nicht in dieser Freude, sondern in der falschen Einschätzung unserer Kräfte und Güter. Eitelkeit und Ehrsucht lenken uns von unserem wesentlichen Ziel, das Gott ist, ab.

Sie lassen uns vernarrt sein in Nichtigkeiten.
Sie verblenden unseren Blick für das Streben nach Vollkommenheit.
Sie sind eine große Gefährdung wahrer Leistung.

Sobald ein Mensch nämlich glaubt, er habe etwas Großes vollbracht, ist er in Gefahr, sein Streben einzustellen. Um das richtige Maß zwischen einer echten Anerkennung unserer Arbeiten und der nötigen Bescheidenheit zu finden, müssen wir gewissenhafte Menschen sein.

Wir müssen das Feingefühl in uns pflegen, für das wir in der Nachfolge Christi die beste Schule haben.

Bringen wir immer alles, was uns auf Erden gelungen ist, zuerst dem Herrgott zum Opfer dar. Lenken wir alle Gefühle der Selbstgefälligkeit und Freude über gelungene Taten, die auch den Besten überkommen, auf Gott ab. Gott wird sie uns zurückgeben in neuen Gnaden, die uns noch gewissenhafter machen und unsere Leistung noch steigern können. Wenn wir sie aber nicht auf Gott, sondern auf uns selbst beziehen, werden sie unseren guten Willen langsam aber sicher zerfressen, wie der Rost das Eisen.

Vater im Himmel, wir wollen arbeiten für Dich.
Lass uns Menschen sein, an denen Du Freude hast.
Lass uns begreifen, dass wir ein solches Leben
nur in Demut leben können.

Alles, was ist, ist durch Dich.
Ohne Dich ward auch nicht eins, das geworden ist.
Lass uns betend an die Arbeit gehen, dann werden wir
Dein Angesicht in allen Dingen finden und
Deine Fußspuren auf allen unseren Wegen.
Nimm uns fest an Deine Hand.
Es ist ja die Hand, die die Welten geschaffen hat
und unser eigenes Sein erhält.
Nimm unseren Willen in Deinen Willen;
mach ihn heilig; mach ihn gut; mach ihn demütig.
Lass mich den untersten Weg gehen, mein Gott.
Es ist der Weg, der in die höchste Höhe führt.

Ludwig de Ponte SJ (1554 – 1624)

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