Die Hölle (2/3)

2. Die Furcht vor der Hölle schützt uns

Die Strafen der Hölle sind unvergleichbar mit den Leiden dieser Welt. Auch in den größten Leiden der Menschen gibt es gewöhnlich noch irgendeine medizinische Beruhigung. Aber selbst da, wo es keine solche Linderung gibt, kann sich der Gerechte noch auf den Tod und das ewige Leben freuen. Die Hölle kennt keinen Ausweg.

Wie unerträglich wird uns auch der kleinste Schmerz, wenn er Tag und Nacht fortdauert. Stelle man sich einen Schmerz vor, über den hinaus es keinen größeren gibt, und der ohne Ende dauert. Der reiche Prasser lechzt schon seit Jahrtausenden nach Erquickung, um wenigstens einen Augenblick seinen Durst zu stillen. Vergebens!

Mein Gott im Himmel, Deine Strafe ist gerecht, und die Hölle ist zugleich ein kraftvoller Schutz für die sittliche Ordnung der Menschen, den Du uns in Deiner Barmherzigkeit gegeben hast. Es ist wahr, mein Gott, es gibt keinen Verdammten, der nicht bekennen müsste: „Du bist gut und Barmherzig bis zum Übermaß in der Zeit, Du bist gerecht in Ewigkeit.“

Ludwig de Ponte SJ (1554 – 1624)

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