Der Glaube, der uns zur Krippe führt

Der Glaube, der uns zur Krippe führt, ist die Überzeugung, dass Gott als Kind aus Maria geboren wurde. Das Licht ist in die Welt gekommen, um alle zu erleuchten, die es annehmen, so wie es die Propheten schon angekündigt hatten. „Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, wenn du erscheinst in heiligem Schmuck; ich habe dich gezeugt noch vor dem Licht, wie den Tau in der Frühe!“ (Ps 110,3)

Stephan Lochner – Die Anbetung des Christuskindes

Betrachten wir Maria und Josef vor der Krippe, in der das Kind liegt; schauen wir auf die sich beeilenden Engelscharen, auf die Hirten, die die himmlische Melodie hören und zur Krippe eilen, auf die Magier, die mit ihren großherzigen Gaben zum neu geborenen König kommen, dann werden auch wir mit Herz und Mund singen: Ehre sei Gott in der Höhe! (Lk 2,1-16 bzw. Mt 2,1-6)

Dank dieser Geburt ändert sich alles in der Welt:
Wir wurden empfangen in der Ursünde und jetzt können wir in der Gnade neu geboren werden.
Wir wurden geboren für ein unsicheres Leben und jetzt können wir in der Hoffnung auf ewige Seligkeit ausharren.
Wir wachsen und altern mit Sorgen und Leiden, doch jetzt können wir vor den Altar Gottes treten, der uns in unseren Freuden erfrischt.

Alles Vergängliche wird uns genommen und die Zeit bis zum Tode wird immer kürzer; aber jetzt haben wir die Sicherheit im Glauben, dass wir nach dem Tod in die Ewigkeit eingehen: in eine neue Erde und einen neuen Himmel (Offb 21,1).

Wir werden ernährt mit Dingen, die uns schaden und nicht sättigen; jetzt können wir den Leib des Herrn empfangen, der das Brot des Lebens ist, das Unterpfand der Unsterblichkeit. Alles Vergängliche wird uns weggenommen, nicht aber die Unsterblichkeit! Wir erkennen, welche Verheißung uns die Geburt unseres Herrn Jesus Christus verkündet, noch bevor er ein Wort reden kann!

Die Empfängnis Christi
im Schoße Mariens
ist der Ursprung des christlichen Volkes,
der Kirche,
und die Geburt unseres Heilandes
ist zugleich die Geburt des mystischen Leibes Christi.

Durch denselben Geist, durch den Jesus aus dem Leibe seiner unbefleckten Mutter geboren wurde, werden wir immer wieder aus dem Schöße der Kirche, die auch ohne Makel und Runzel ist, wieder geboren, wenn wir unsere Verfehlungen bereuen.

(Text: German Rovira. Mariologisches 4-2018)

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