Wohin gehst Du?

Worte des heiligen Maximilian Kolbe an DICH gerichtet:

Wohin gehst du im Laufe deines Lebens? Jeden Tag, jede Stunde handelst du, denkst du, sagst du immer etwas. Zu welchem Zweck? Die Wahrheit ist, dass du nach etwas strebst, entweder näher oder weiter weg. Und ihr strebt danach, weil ihr hofft, dass es euch einen Hauch von Glück bringen kann. Ein solches Streben nach Glück ist so natürlich, dass kein Mensch auf der Welt existiert, der sich nicht nach Glück sehnt. Allein aus diesem Grund horten die Menschen Geld, suchen Ruhm und Vergnügen, um Glück zu finden. Ist es nicht wahr, dass du an allen Orten und in allen Dingen auf dieser Erde immer nach Glück gesucht hast?

Doch nichts war in der Lage, deinem Herzen volle Freude zu bereiten. Du hast erkannt, dass du durch das Setzen deines Ziels auf irdisches Glück immer auf Enttäuschung gestoßen bist; du bist auf Grenzen gestoßen. Und du hättest dir etwas mehr gewünscht, etwas Dauerhafteres. Hast du vielleicht nicht bemerkt, dass alle für einen bestimmten Zweck bestimmten Mittel begrenzt sind und dass ihre Grenze gerade darin liegt, dass sie auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet sind? Die Mittel sind berechtigt, soweit sie zur Erreichung dieses Zwecks notwendig und ausreichend sind. Ebenso sind auch Waren kein Zweck, sondern ein Mittel, und man kann und sollte sie nur als solche nutzen. Wenn du sie dir also zum Ziel setzt, werden sie nie ausreichen.

Halte inne und denk darüber nach: Wann wirst du jemals ganz glücklich sein? Lass deiner Phantasie freien Lauf, um für dich die Burg des Glücks aufzubauen, von der du geträumt hast. Versuche, dir alles vorzustellen, was du jemals wolltest, und frage dich selbst: Was wäre, wenn es mehr wäre? Und wenn es länger dauerte? Du wirst immer die Antwort hören: Wenn du noch nach etwas Besserem streben kannst, d.h. wenn deine Seele immer noch nicht ganz zufrieden ist, hast du das Glück, deinen Zweck nicht erreicht. Und welche Grenze du noch überwinden musst, es wird immer ein Hindernis für vollkommenes Glück sein. Das bedeutet, dass du Glück begehrst, aber ein Glück ohne Grenzen: unendlich, ewig. Alles in dieser Welt ist begrenzt, so dass es nicht ausreichen würde, auch nur eine einzige Seele zu befriedigen. Und diejenigen, die sich nach Glück sehnen, sind so viele wie die Menschen, die unter der Sonne leben.

Wo liegt dann unser Ziel? In der Natur sehen wir, dass alle natürlichen Triebe zum Tragen kommen: das Auge will sehen und es tut es; das Ohr will hören und es kann; der Körper will genährt werden und es kann sein. Wie könnte der kühnste und wichtigste Wunsch der Seele, um dessentwillen wir alles Übrige begehren, unerfüllt bleiben? Nein, auch ein solches Verlangen hat seine eigene Erfüllung, nämlich den unendlichen und ewigen Gott.

Quelle: MILITIA IMMACULATAE

(Aus The Writings of St. Maximilian Maria Kolbe, Volume 2, Nerbini International, 2016)

Hl. Pater Maximilian Kolbe OFMConv. (1894-1941)

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