In der Abtei Mariendonk investieren sie in Indexfonds

So um Weihnachten und Sylvester herum bringen allerlei Zeitungen und Zeitschriften, auch solche, die eher wenig positiv über Glauben und Kirche berichten, manchmal schöne Geschichten aus irgendeinem Kloster. Zu Sylvester 2018 hat die Süddeutsche Zeitung den klösterlichen Aufmacher gebracht: „Morgens beten, abends zählen“. Es gibt darin nichts Heimeliges zu lesen, stattdessen geht es um handfeste Finanzpolitik

Im Bistum Aachen, wo es ohnehin scheinbar in der Hauptsache ums liebe Geld geht, weshalb, wie bekannt, sogar die Aachener Printen gegen Geld in den Kellern des Kaiserdomes lagern, gibt es ab Sommer nur noch ein einziges monastisches Kloster, also eines, bei dem das Beten im Vordergrund steht. Und dieses Kloster hat die SZ gefunden um über – nein, nicht einzelne Aktien -, sondern über Indexfons zu berichten, weil die dem Kloster „mehr Zinsen“ bringen.

In der Abtei Mariendonk in Grefrath ist Schwester Lioba für das Geld zuständig. Für jede der 27 Schwestern verwaltet sie ein Vermögen von etwa 65 000 Euro – das beinhaltet den Unterhalt, Anteil an Sanierungen, die Altersvorsorge. Schwester Lioba hat es vor einigen Jahren ins Wall Street Journal geschafft – als die Nonne, die morgens betet und nachmittags mit Aktien handelt. Das ist natürlich sehr vereinfacht. Aber die Cellerarin, wie das Amt in der Fachsprache heißt, setzt tatsächlich auf Wertpapiere. Bis 2013 investierte der Orden in einen Aktienfonds, aufgelegt von der katholischen Kirche, sowie in Festgeld und Sparbriefe. Als die Zinsen zu stark sanken, suchte sie Alternativen. Inzwischen investieren die Nonnen auch in fünf Indexfonds. Schwester Lioba behält die Depots im Blick, kontiert Rechnungen, spricht sich mit ihrer Mitschwester aus der Buchhaltung ab. „Ich kaufe keine Einzelaktien, auch wenn ich mich intensiv mit Geldanlagen beschäftigt habe“, sagt die Cellerarin – aber eben Fonds. In Absprache mit der Bank und dem Wirtschaftsrat von Mariendonk, zu dem die Äbtissin und Priorin gehören, und die Schwester, die Hausmeisterarbeiten erledigt. Gemeinsam haben sie überlegt, nach welchen Kriterien, vor allem ethische, sie ihr Geld anlegen möchten. So investieren die Schwestern auch in zwei Mikrofinanzfonds: „In manchen Ländern sind es ja die Frauen, die die Wirtschaft noch am Laufen halten“, sagt Schwester Lioba.

Quelle – SZ

Abteikirche. Blick in den Chor. – FOTO – http://vinpearl-baidai.info/?i=Abtei+Mariendonk+Startseite

Abtei Mariendonk

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