Wööööölkiiiii ein Narrrrr

Der Kardinalerzbischof von Köln hat in seiner Kathedrale einen großen, ungeheuren Schatz: den Dreikönigsschrein.

Er ist das größte, künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters. Die Gebeine der Heiligen drei Könige wurden 1164 aus Mailand kommend nach Köln gebrachten und befinden sich seither dort. Sie werden weithin verehrt, besonders in der Weihnachtszeit.

Dass ausgerechnet am Tag vor dem Hochfest Epiphanie, also dem Festtag der Heiligen drei Könige, der höchste Repräsentant des kölnischen Spengels in seiner Kathedrale sich selbst zum Narren macht ist mehr als schändlich.

Kardinal Wölki 5.1.2019 – https://koelnerkarneval.de/2018/01/05/domgottesdienst-kardinal-woelki-fordert-zum-tanz-auf/

Vor den Narren Kölns verballhornte er seine Berufung und seinen Rang. So tanzen er mit Kölns Narren vor oder um den Dreikönigsschrein und vielleicht ereiferte er sich wie das Rumpelstilzchen:

Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Wörtlich sagte er, sein liturgisches Gewand mit einer Narrennase verunehrend:

„Im Karneval können wir auch mal aus der Reihe tanzen.
Denn das Leben ist ein Fest,
da muss man immer mal aus der Reihe tanzen
und dabei Kraft schöpfen.
Am besten – wie Cat Ballou es singt – immer, immer widder!”

Quelle: https://koelnerkarneval.de/2018/01/05/domgottesdienst-kardinal-woelki-fordert-zum-tanz-auf/

Die Kölnische Rundschau schreibt:

„Karnevalskerze entzündet.“ Und:
„Kardinal Woelki will Lappenclown-Stola ‚voller Stolz‘ tragen.“

Und weiter geht’s mit KNA:

Kardinal und Karneval – Woelki bei jeckem Gottesdienst im Dom

Köln (KNA) Jecke und auch weihnachtliche Töne im Kölner Dom: Mit einem stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst haben die Karnevalisten am Donnerstagabend die fünfte Jahreszeit auch religiös eingeläutet. Bei der traditionellen Feier mit dem Kölner Dreigestirn sagte Kardinal Rainer Maria Woelki, dass Kölsch die Sprache Gottes sei. Er erinnerte an das Lied „Drink doch eine met“ der Bläck Fööss; schöner könne man Nächstenliebe einfach nicht zum Ausdruck bringen.

Die Sprache Gottes sei die Sprache „der Mitmenschlichkeit und Solidarität“, betonte der Erzbischof. „Es ist eine Sprache, die Unterschiede respektiert, aber keine Unterschiede macht.“ Sie könne auch ohne Worte weitergegeben werden, in dem man sich für mehr Fairness in der Gesellschaft engagiere, Kinder und Jugendlichen Perspektiven eröffne oder Einsame und Trauernde ins Leben zurückhole.

Zu Beginn der Feier, an der auch der evangelische Pfarrer Gebhard Müller und Stadtdechant Robert Kleine teilnahmen, entzündete das Kölner Kinderdreigestirn eine von ihm selbst gebastelte Karne-valskerze. Darauf dargestellt sind der Dom, blaue Wellenlinien für den Rhein, drei Sterne für die Heiligen Drei Könige und Sprechblasen als Zeichen für die in Köln gepflegten 180 Sprachen.

Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, schenkte Woelki eine Stola, die auf der Vorderseite das Vaterunser auf Kölsch zeigt und auf der Rückseite bunte Quadrate eines Lappenclowns. Dies sei schon vorab ein Dank für die gemeinsame Pilgerfahrt, die den Kardinal und das Dreigestirn kommende Woche zur Generalaudienz mit Papst Franziskus führen wird. Der Erzbischof segnete die Stola und trug sie anschließend bei dem Karnevalsgottesdienst. Auch Papst Franziskus wird am Mittwoch eine solche närrische Stola überreicht bekommen.

Quelle: Landesdienst Nord-West der Katholischen Nachrichtenagentur, Nr. 5 v. 11.01.19, (KNA – tkllk-89-00190)

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