Pater Reginald Garrigou-Lagrange. Dominikaner. – Buchempfehlung

Pater Reginald Garrigou-Lagrange O.P. (21. Februar 1877 – 15. Februar 1964) gilt als einer der bedeutendsten, wenn nicht der bedeutendste Thomist des vergangenen Jahrhunderts. Mit gerade 32 Jahren wird er 1909 nach Rom an die soeben begründete Dominikanerhochschule Angelicum berufen, an der er 1917 den weltweit ersten Lehrstuhl für Spirituelle Theologie gründet. Mehr als 50 Jahre lehrte er am Angelicum, war Konsultor mehrerer römischer Kongregationen, zumeist des Heiligen Offiziums, und zuletzt wichtiger Berater Papst Pius XII. Nicht zu Unrecht beschreibt man ihn als den damals bedeutendsten Theologen und Lehrmeister in der Aszese und Mystik. 1960 mußte er seine Lehrtätigkeit infolge schwerer Erkrankung aufgeben und verstarb am 15. Februar 1964.

Der wesentliche Inhalt seiner zahllosen Bücher und Artikel und seiner durch Jahrzehnte dauernden Lehrtätigkeit findet sich in dem hier vorliegenden Werk, das ursprünglich in zwei Bänden erschien. Die ersten Abschnitte enthalten die Grundlagen und Voraussetzungen des Werkes, das das wahre innere Leben behandelt. Es folgt – in allgemein verständlicher, auf das Leben und die praktische Nachfolge gerichteter Darstellung – die Beschreibung des ansteigenden Weges im geistlichen Leben, der über innere Läuterungen und Entfaltungen des Gnadenlebens verläuft bis zu dem überzeugenden Nachweis: die eingegossene passive Beschauung ist die Vollendung des christlichen Gnadenlebens. Das Werk ist eine unerschöpfliche Fundgrube wahren, konsequenten Vollkommenheitsstrebens und entfaltet das innerliche, organisch wachsende geistliche Leben als die persönliche, vertraute Beziehung der Liebe zu Gott. Es gipfelt in der Eingießung der Gaben des heiligen Geistes und in der Einwohnung der heiligsten Dreifaltigkeit in uns.

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Des Christen Weg zu Gott.
Aszetik und Mystik nach den drei Stufen des geistlichen Lebens.

Dieses wohl reifste und von dem persönlichen Streben des Verfassers durchseelte Werk über das ‚Eine Notwendige’ fand schnell seinen Platz bei Laien, Ordensleuten und Priestern. Bald war es vergriffen und wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten oft in Kopie weitergegeben, weil es anders nicht zu beschaffen war. In diesem Werk ist eine wahrhafte Summe des inneren, geistigen Lebens geboten.

Garrigou-Lagrange ist im Anschluß an die Größten der Thomistenschule der unentwegte Verteidiger der Einheit des geistlichen Lebens und was er bisher in seinen Werken vorlegte, hat er hier zu einer Pyramide gestaltet, deren Spitze die Ewigkeit berührt. Immer wieder wird das große Ziel für alle Christen aufgezeigt: die christliche Vollkommenheit mit dem Hauptgebot der Liebe. Die konsequente Durchführung des Prinzips der Gnade bis in die höchsten Höhen der Vollkommenheit macht dieses Werk unentbehrlich in einer Zeit, in der wir nicht mehr in einer Mittelmäßigkeit leben dürfen.

Der gelehrte und fromme Verfasser hat hier ein umfassendes, eindrucksvolles Wissen vorgelegt. Er hat es geschöpft aus der biblischen Offenbarung, der Lehre der Kirche, der Theologie und der Aszetik und damit ein geistliches Gebäude von gewaltiger Größe errichtet. Hier treffen sich die Väter der Kirche, die großen Theologen, besonders Thomas und Augustinus, die devotio moderna (Thomas von Kempen), die großen Aszeten und Mystiker (Theresia von Avila, Johannes vom Kreuz und nicht zuletzt Franz von Sales), um uns das Schönste und Beste zu sagen, was aus ihrer Zeit zeitlos für immer gilt.

Die große Menschenkenntnis und gesättigte Erfahrung machen die Darlegungen des Buches außerordentlich geeignet, den Christen als vollendete Persönlichkeit den Weg, psychologisch gesehen seinen Weg, zu Gott zu führen.

 

Reginald Garrigou-Lagrange OP
Des Christen Weg zu Gott. Aszetik und Mystik nach den drei Stufen des geistlichen Lebens
nova & vetera; 759 Seiten; 78 Euro
ISBN 9783936741704

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