Nonnen leben nicht in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung

Auf die Frage, wie sie als Äbtissin prüfe, ob eine Bewerberinnen für ein klösterliches Leben geeignet sei, antwortet die Oberin des Klarissenklosters in Münster, Sr. Ancilla:

Ich merke schnell, ob eine Frau für ein Leben im Kloster geschaffen ist oder nicht. Ich finde aber, dass jede Ordensfrau, die ins Kloster will, auch die Fähigkeit haben sollte, eine gute Mutter und Ehefrau zu sein. Ich bin schließlich nicht Nonne geworden, weil bei mir etwas amputiert wurde. Es gibt aber Frauen, die das Kloster mit einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung verwechseln. Es gibt sogar Ärzte, die psychisch labilen Frauen raten, so eine abgeschlossene Klosterwelt aufzusuchen. Wir sind aber keine therapeutische Gemeinschaft! Bei der Aufnahme zum Postulat wird der Gesundheitszustand einer Bewerberin sehr genau geprüft. Wir schauen auch, ob sie eine dem Alter angemessene Reife hat und sie auch charakterlich für ein klösterliches Leben geeignet ist. Außerdem sollte sie gemeinschaftsfähig sein und fest verankert in ihrem Glauben. Nur so kann ihr Wunsch nach einem klösterlichen Leben aufrichtig sein.

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