Sie folgen dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus

Die polnischen Karmelitinnen antworten auf den „Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden müssen“. Das Wort „Befehl“ benutzen die frommen Karmelitinnen und erinnern den Schreiber dieser Zeiten an den „Diktatorpapst“.

Am 1. April 2018 hat die vatikanische Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens die Instruktion „Cor orans“ zur Anwendung der Apostolischen Konstitution „Vultum Dei quaerere“ über das weibliche kontemplative Leben veröffentlicht.

In 289 Artikeln werden wesentliche Punkte im Leben von kontemplativen weiblichen Ordensgemeinschaften neu geregelt. Zwar wird etwa die Ordensoberin juristisch an jene der männlichen Ordensoberen angeglichen, gleichzeitig schafft sich der Vatikan ein außerordentliches Zugriffsrecht, das jederzeit z. B. die Schließung einzelner Klöster ermöglicht.

Es werden in dem Dokument die Aus- und Weiterbildung von Ordensfrauen neu geregelt und verlangt, dass die Zulassung zur feierlichen Profess mindestens neun Jahre dauern muss. Damit wird manchem Nonnenkloster die Zukunft verbaut.

Neben diesem gravierenden Einschreiten in die Belange eines Klosters gibt es eine weitere Neuerung, welche jedes Kloster verpflichtet einer Föderation anzugehören. Damit werden kleine Klöster gewissermaßen zunächst geistiger Weise, später auch wirtschaftlich enteignet. Da jede Föderation eine Präsidentin zu wählen hat, der weitreichende Vollmachten erteilt werden, sind solche Maßnahmen ohne weiteres zu erwarten.

Vom 11. bis 15. März 2019 haben die „delegierte Nonnen“ aus den Klöstern der Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) der Krakauer Provinz sowie aus Tschechien darüber beraten, wie sie eine „Antwort auf den Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“ geben können, der von ihnen verlangt, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden“ müssen.

Das Treffen der polnischen Karmelitinnen befasste sich mit der Ausarbeitung der „Statuten der zu bildenden Föderation“ und entsprach so ganz dem zweifachen Ansinnen von Cor Orans. Zum einen geht es um die Föderation und die Bündelung der Macht; zum anderen sollen „wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse“ ausgetauscht werden und neue Beziehungen untereinander aufgebaut werden.

Die polnischen Karmelitinnen stellen fest, dass die Kirche durch ihre Dokumente, die „extra für sie geschrieben“ wurden, einlädt, „eins zu sein“, damit die Welt glauben und erkennen könne, wie ein solches Zeugnis der Einheit – in Vielfalt – , basieren auf dem Geist der Gemeinschaft, zu einem attraktiven Zeichen des lebendigen Gottes werde.

Selbstverständlich gibt es eine Föderation der Karmelitinnenklöster (OCD) in Deutschland schon viel länger, wie man hier auf dem Bildschirmfoto erkennen kann.

Bildschirmfoto – https://www.karmelitinnen-foederation.de/

Trotz allem gibt es in Deutschland immerhin der Klöster der Karmelitinnen, die die erneuerten Ordensstatuten nicht übernommen haben, sondern sich nach jenen von 1990 richten, die weitgehend den ursprünglichen Statuten der heiligen Teresa von Jesus (Avila) entsprechen. Es sind dies die Karmelitinnenklöster in Hauenstein, in Speyer und in Wemding. Doch auch sie sind nun genötigt, dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus Folge zu leisten.

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