Himmlische Lehre

Wenn wir das Auge darauf richten,
die Würde des Heiligen Geistes zu erfassen,
so dürfen wir nicht etwas
von der Erhabenheit des Vaters und des Sohnes
Verschiedenes denken.
Denn das Wesen der göttlichen Dreifaltigkeit
widerspricht in keiner Hinsicht Ihrer Einheit.

Eine ewig währende Eigenheit ist es für den Vater,
der Erzeuger eines Ihm gleich ewigen Sohnes zu sein.
Eine ewig währende Eigenheit ist es für den Sohn,
zeitlos vom Vater hervorgebracht zu sein.
Auch für den Heiligen Geist
ist es eine ewig währende Eigenheit,
der Geist des Vaters und des Sohnes zu sein.

Daher ist der Vater nie ohne Sohn,
nie sind Vater und Sohn
ohne den Heiligen Geist gewesen.

In Ihrer Existenz
sind alle Zeitstufen ausgeschlossen;
keine Person ist früher, keine später,
Denn die unwandelbare Gottheit
dieser seligen Dreifaltigkeit
ist eins im Wesen, ungeteilt im Werk,
übereinstimmend im Willen,
gleich in der Allmacht,
ebenbürtig in der Herrlichkeit.

Wenn die Heilige Schrift von Ihr so spricht,
dass sie Ihr Taten oder Worte zuschreibt,
die den einzelnen Personen
Rentsprechen scheinen,
wird der katholische Glaube
dadurch nicht verwirrt, sondern belehrt,
so dass durch die Eigentümlichkeit der Stimme
oder des Werkes
die Wahrheit der Dreifaltigkeit
|indringlich eingeschärft wird:
Der Verstand soll nicht trennen,
Bas das Gehör unterscheidet.
Deswegen nämlich werden gewisse Dinge
unter Nennung des Vaters oder des Sohnes
oder des Heiligen Geistes vorgebracht,
damit das Bekenntnis der Gläubigen
in der Dreifaltigkeit nicht irre.
Da sie ja in sich untrennbar ist,
würde man nie darauf kommen,
dass es eine Dreifaltigkeit gibt,
wenn diese immer ungetrennt genannt würde.
So zieht also gerade die Schwierigkeit,
darüber zu sprechen,
unser Herz zum richtigen Verständnis hin,
und gerade wegen unserer Schwachheit
kommt uns die himmlische Lehre zu Hilfe.

Weil in der Gottheit des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
nicht an eine einzige Person,
noch an eine Verschiedenheit der Natur
zu denken ist,
kann die wahre Dreifaltigkeit
gleichzeitig im Geist gedacht,
aber nicht gleichzeitig mit dem Mund
ausgesprochen werden.
Wenn dieser Glaube
in unseren Herzen fest gegründet ist,
dann glauben wir auf heilbringende Weise,
dass die ganze Dreifaltigkeit zusammen
eine Kraft, eine Majestät, ein Wesen ist,
ungeschieden im Wirken,
untrennbar durch die Liebe,
ununterschieden in der Macht,
die alles zugleich erfüllt
und alles zugleich umfasst.

(Leo der Große)

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