Machen wir einen Sprung in die heutige Zeit.

„Jetzt sind wir gerade ins Gegenteil gerutscht. Das Konzil verkündet einen ungebremsten Optimismus und den Glauben an das Gute in der Welt. Gaudium et Spes. Wir teilen Freude und Hoffnung der Welt. Voll guten Willens umarmen wir die Welt. Wir erkennen nun endlich die Zeichen der Zeit an. Wir haben verstanden: Auch wir müssen uns ändern.

Seither bemühen sich die Theologen, die Priester und die Bischöfe, den Gläubigen die Welt zu erklären. Obwohl es doch eigentlich umgekehrt sein müsste: Wir sollten eigentlich der Welt unseren Glauben erklären, wir sollten eigentlich die Welt dazu bringen, den Geboten Gottes zu folgen und nicht ihren eigenen Wünschen!

Aber momentan rollt der Zug der Kirche, wie es scheint, rückwärts den Berg runter, bis es kracht. Wir laufen im Schweinsgalopp der Welt hinterher, wollen alles segnen, was es in der Welt so gibt; wollen allen Ideen mit Respekt begegnen, gleich wer auf uns spuckt; wollen mit allen Meinungen Schritt halten, um endlich die Windungen dieser Welt zu verstehen.

Als ob Jesus sie uns nicht längst erklärt hätte. Und als ob es nicht unsere erste Aufgabe wäre, Gott zu den Menschen zu tragen. Zumindest sah Jesus noch die Dinge so. Heute haben wir seine Worte im hohepriesterlichen Gebet gehört: „Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hat vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht“.

Was ist davon übriggeblieben? Kein Zweifel, wir stecken in einer neuen Phase der Kirchengeschichte. Wir sehen uns mitten in einem Überlebenskampf. Nie wurde das Christentum so bekämpft und verfolgt wie heute, nicht nur in China, auch mitten in Europa. Sind wir bereit? Ein bisschen Öl ist zum Glück noch drin. Aber vielleicht tut uns mal eine Ohrfeige gut um aufzuwachen, wie damals Papst Bonifaz VIII.“

Quelle mit der ganzen Predigt von Professor Dr. Stefan Heid bei CNAdeutsch

+

 

 

Werbeanzeigen