Die Sonntagspredigt – Schon vor dem Konzil: Wirres Durcheinander von Wahrheiten, Halbwahrheiten und unzutreffenden Behauptungen

Sehr geehrter Herr Pastor!

Eben komme ich aus der heutigen 10 Uhr-Messe. Ich halte mich als Mitglied der Pfarre für verpflichtet, Ihnen folgendes zu schreiben:

Ihre Predigten sind gut, wenn Sie sie vorbereitet haben, schlecht, wenn das nicht der Fall ist. Leider kommt das häufig vor.

Die heutige Predigt war unerträglich, Sie war mit Ihren Pflichten als Geistlicher auf der Kanzel einfach unvereinbar; […]

Es war ein wirres Durcheinander von Wahrheiten – Halbwahrheiten – unzutreffenden Behauptungen. Sie war daher voll von Widersprüchen […]

Sie dürfen den zahlreichen Besuchern des Gottesdienstes nicht bieten. Das gilt gleichfalls, abgesehen von besonderen hohen Festtagen, von der seelenlosen Ausgestaltung des Gottesdienstes, schlechter Gesang, unbekannte Lieder, Fehlen einer der Würde und der Bedeutung der hl. Messe entsprechenden Ausschmückung des Altares und des Chores […].

Konrad Adenauer am 17. Juli 1960 an Pastor Lemmen in Rhöndorf.

(Quelle: Konrad Adenauer. Der Kanzler aus Rhöndorf. WBG 2018)

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